Kommentar zur Bundeswehr: 100 Milliarden Euro reichen nicht
ID: 1965997
Eva Högl hat ausgesprochen, was eigentlich jeder seit vielen Jahren weiß. Die Wehrbeauftragte des Bundestages attestiert der Armee einen bemitleidenswerten Zustand. Nach gut 30 Jahren vermeintlich ohne unmittelbaren Feind ist die Bundeswehr kaputt gespart. Deshalb regt sich auch relativ wenig Widerstand gegen das Versprechen von Kanzler Olaf Scholz, möglichst kurzfristig 100 Milliarden Euro in die Verteidigung des Landes investieren zu wollen. Es wird höchste Zeit. Viel zu lange hat Deutschland sich in einer falschen Sicherheit gewähnt. Die Idee, ein Land wie Deutschland benötige im Grunde keine Armee mehr, war immer falsch. Leider. Dabei haben schon Adenauer, Brandt, Schmidt und Kohl gewusst, dass Verhandeln und miteinander reden dann besondere Aussicht auf Erfolg haben, wenn stets auch zweifelsfrei ist, dass ein Land sich verteidigen kann. Angela Merkel und ihre Bundesregierungen wussten das offenbar nicht. Deshalb ist es nun auch nicht ernst zu nehmen, wenn aus der Union Forderungen laut werden, die Versäumnisse der vergangenen 16 Jahre nun binnen zwölf Monaten aufzuholen. Sprüche dieser Art kann Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sich nun sparen, in den vergangenen Jahren hat er dazu schließlich wenig gesagt.
Die Bundeswehr muss nicht nur ausgerüstet werden, wie die Verteidigungsministerin schamhaft sagt, es geht um Aufrüstung. Es geht darum, dass sich die technische und finanzielle Leistungsfähigkeit der Bundesrepublik auch in deren Fähigkeit widerspiegelt, sich gegen Aggressoren verteidigen zu können. Seit dem 24. Februar ist die Gefahr, angegriffen zu werden, kein Hirngespinst mehr. Deutschland muss sich in die Lage versetzen, im hoffentlich nie eintretenden Ernstfall seine Rolle im Verteidigungsbündnis Nato einnehmen zu können. Das bedingt zwingend auch eine Antwort auf die Frage, ob Deutschland eine Dienstpflicht braucht. Ist die Bundeswehr erst einmal auf den Stand der Technik gebracht worden, dann braucht es auch Soldatinnen und Soldaten, die in der Lage sind, diese Technik zu bedienen. Dass sich die dafür benötigten Talente freiwillig zur Bundeswehr melden, ist angesichts der aktuellen Attraktivität der Truppe wenig wahrscheinlich.
Pressekontakt:
Westdeutsche Zeitung
Nachrichtenredaktion
Telefon: 0211/ 8382-2526
redaktion.nachrichten@wz.de
www.wz.de
Original-Content von: Westdeutsche Zeitung, übermittelt durch news aktuell
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 15.03.2022 - 20:28 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1965997
Anzahl Zeichen: 2506
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Düsseldorf
Kategorie:
Innenpolitik
Diese Pressemitteilung wurde bisher 316 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Kommentar zur Bundeswehr: 100 Milliarden Euro reichen nicht"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Westdeutsche Zeitung (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Von Lothar Leuschen Der Auftakt ist schon nicht gelungen gewesen. Statt eine möglichst verbindende Rede zu halten, erging sich Alterspräsident Gregor Gysi darin, die Parteiprogrammatik der Linken abzuspulen inklusive der Aufforderung, das Gespräch mit Russland zu suchen. Dass die Abgeordneten de
Kommentar: Die USA sind verloren / zu Trump und den Folgen ...
Von Lothar Leuschen Die Ereignisse überschlagen sich. Nur wenige Stunden, nachdem die USA angekündigt hat, die Unterstützung der Ukraine im Verteidigungskampf gegen Russland abzubrechen, kommt ebenso aufgeschreckt wie unausgegoren aus der Union in Deutschland der Ruf nach Rückkehr zur allgemein
WZ-Kommentar zu: Lars Klingbeil ist neuer SPD-Fraktionschef ...
Der, auf den es ankommt Von Lothar Leuschen Normalerweise wäre es eine Randnotiz, dass Lars Klingbeil am Mittwoch im Otto-Wels-Saal des Reichstagsgebäudes zum neuen Vorsitzenden der SPD-Fraktion gewählt worden ist. Aber in diesen Tagen ist nichts mehr normal, auch nicht, dass die SPD-Fraktion i
Weitere Mitteilungen von Westdeutsche Zeitung
"nd.DerTag": Wurzeln des rechten Terrors - Kommentar zum Aktionsplan der Innenministerin Nancy Faeser zur Bekämpfung von Rechtsextremismus ...
Innenministerin Nancy Faeser liegt richtig, wenn sie den Rechtsradikalismus als größte Gefahr für die Demokratie in der Bundesrepublik bezeichnet. Die rassistische Hetze im Internet, Anschläge und Morde in den vergangenen Jahren zeigen, dass die Neofaschisten vor nichts zurückschrecken. Faese
Berliner Stadtmission kritisiert Müll in Kleiderspenden für Ukrainer: "Aktuell müssen wir rund 80 Prozent entsorgen." ...
Viele Menschen spenden derzeit Kleidung für ukrainische Geflüchtete. "Doch gut gemeint ist nicht immer gut geholfen", weiß Barbara Breuer von der Berliner Stadtmission. In einem Gastbeitrag für die in Berlin erscheinende Tageszeitung "nd.DerTag" (Mittwochausgabe) kritisiert
Stuttgarter Nachrichten: Kommentar zu ukrainischen Geflüchteten ...
Die Hilfsbereitschaft für geflüchtete Ukrainer ist groß. Sie ist sogar enorm. Und sie zieht sich durch alle gesellschaftliche Kreise. Noch während viele schützende Hände den Eindruck erwecken, Deutschland übe sich in neuer Willkommenskultur, werden sich viele weitere Flüchtende wohl in Sic
RTL/ntv Trendbarometer / Forsa Aktuell: Union wieder vor SPD / Corona: Mehrheit hält Lockerungen ab dem 20. März für verfrüht - Mehrheit mit Lauterbachs Krisenmanagement zufrieden ...
Im aktuellen RTL/ntv Trendbarometer ist in dieser Woche wieder mehr Bewegung. Die SPD, die Linke und die sonstigen Parteien verlieren je einen Prozentpunkt, während die Union einen und die AfD zwei Prozentpunkte hinzugewinnt. Damit liegen die Unionsparteien mit 26 Prozent nun wieder knapp vor der




