Schnelle Hilfe scheitert an fehlender Digitalisierung - PIRATEN helfen!
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Nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine sind mittlerweile über 250.000 ukrainische Flüchtlinge in Deutschland angekommen, zu einem großen Teil Frauen und Kinder. Die Unterstützung und Hilfsbereitschaft ist groß, stößt aber auch an Grenzen. Die Gründe dafür sind manchmal so banal, dass man es kaum glauben kann.
Ein aktuelles Problem stellt die Verwaltungen in den Gemeinden vor große Herausforderungen. Viele der Flüchtlinge aus der Ukraine, vor allem Kinder und ältere Personen, verfügen nicht über einen Pass im Scheckkartenformat, auf dem der Name auch in lateinischer Schrift angegeben und gespeichert ist. Diese zeigen überwiegend Geburtsurkunden und andere Dokumente in kyrillischer Schrift vor. Diese Dokumente müssen dann aber zuerst übersetzt werden, erst dann kann eine Eintragung in das Ausländerzentralregister erfolgen. Diese Eintragung ist aber die Voraussetzung dafür, dass die Flüchtlinge eine Krankenversicherung und weitere Leistungen sowie eine Arbeitserlaubnis bekommen.
Der Rückstau bei den Bearbeitungen hat dazu geführt, dass der Calwer Oberbürgermeister Florian Kling auf Twitter[1] um Hilfe bat. Die online verfügbaren Werkzeuge von Google, Microsoft und auch Deepl sind hierfür nicht geeignet.
Die Piratenpartei Baden-Württemberg hat hier spontan geholfen und eine Webseite[2] zur Verfügung gestellt, die die Transliteration von der kryrillischen in die lateinische Schreibweise ermöglicht. Zusätzlich kann die von uns erarbeitete Lösung auch auf dem lokalem PC ausgeführt werden. Damit möchten wir die Verwaltungen in die Lage versetzen, auf langwierige Übersetzungen durch externe Übersetzungsbüros zu verzichten und die Anträge schnell und unkompliziert zu bearbeiten.
"Ich war erstaunt, dass eine so einfache Aufgabe nicht schon längst für die Verwaltungen umgesetzt wurde." so Adrian Nöthlich, stellvertretender Schatzmeister der Piraten Baden-Württemberg und ergänzt "Ich habe mich in der Mittagspause hingesetzt und unsere Lösung kurzerhand entwickelt."
Tatsächlich stellt die Transliteration anhand einer Tabelle keine große Hürde dar. Schwerer wiegt hier die Tatsache, dass es auch von Seiten des BMI (Bundesministerium des Innern und Heimat) noch keine freigegebene Transliterations-Tabelle gibt, wie Florian Kling auf Twitter[3] mitteilt. Sobald diese verfügbar ist, kann die Lösung der Piraten in den Verwaltungen eingesetzt werden.
Dazu Borys Sobieski, Vorsitzender der Piraten in Baden-Württemberg: "Wenn mir Herr Kling die Problematik nicht selbst noch am Telefon erläutert hätte, ich würde es wahrscheinlich nicht glauben. Hier zeigt sich, wie sehr in Deutschland die Digitalisierung der Verwaltung verschlafen wird. Es sollen immer mehr digitale Daten über die Menschen in unserem Land gesammelt werden. Und dann scheitert es an einfachsten Lösungen, welche in kürzester Zeit umgesetzt werden können. Wie soll man da ein Vertrauen in die digitalen Fähigkeiten des Staates aufbauen?"
Die von den Piraten entwickelte Lösung kann auf einer eigenen Webseite[2] selbst getestet werden. Der Quellcode[4] dazu steht selbstverständlich unter einer OpenSource-Lizenz und kann so frei verwendet werden.
Quellen/Fußnoten
[1] twitter.com/CaptainKling/status/1507298167657750564
[2] uatrans.piratenpartei-bw.de/
[3] twitter.com/CaptainKling/status/1507811717782384643
[4] github.com/PiratenparteiBW/ua-ausweis-transliteration-web
Pressekontakt:
Borys Sobieski
Landesvorstand Baden-Württemberg
E-Mail: presse@piratenpartei-bw.de / borys.sobieski@piratenpartei.de
Mobil: +49 (0)175 9549187
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Datum: 28.03.2022 - 12:04 Uhr
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