Preisschock bei Lebensmitteln: Sozialverbände fordern Entlastung der Verbraucher
ID: 1970614
Angesichts stark steigender Preise für Energie und Lebensmittel fordern Sozialverbände in NRW eine deutlich spürbare Entlastung der Verbraucher. "Nicht nur ärmere Menschen sind von der Preisentwicklung betroffen, auch Geringverdiener, Rentner und die untere Mittelschicht geraten unter Druck. Dazu trägt auch die hohe Inflation bei", sagte Horst Vöge, Vorsitzender des Sozialverbands VdK in NRW, der in Essen erscheinenden Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ, Samstagausgabe). Gerade im Ruhrgebiet seien viele Menschen von den Preissteigerungen betroffen, hier lebten rund 20 Prozent an der Armutsgrenze, so Vöge. "Und diese Zahl wird in Zukunft weiter steigen. Wir befürchten, dass sich auch in der mittleren Einkommensschicht stärkere Armutstendenzen zeigen." Der VdK appelliere eindringlich an die Politik, die Verbraucher stärker zu entlasten und die Hartz-IV-Regelsätze anzuheben. Vöge: "Das ist nicht nur eine sozialpolitische Frage, sondern angesichts der Spaltung der Gesellschaft auch eine nötige Maßnahme, um die Demokratie zu sichern."
Ähnlich argumentiert Christian Woltering, Vorsitzender der Freien Wohlfahrtspflege in NRW. Die Preisentwicklung sei für niedrige Einkommensgruppen und Menschen in der Grundsicherung existenzbedrohend. "Der aktuelle Hartz-IV-Regelsatz ist Armut pur. Wir brauchen dringend eine Erhöhung", sagte Woltering der WAZ. Derzeit liege der Regelsatz für Erwachsene bei 449 Euro. "Bei einer Inflation von mehr als sieben Prozent bedeutet dies einen Kaufkraftverlust von rund 33 Euro", rechnet Woltering vor. "Da wird es für Menschen am unteren Einkommensrand existenziell. Diese Leute können nicht sparen." Der Regelsatz müsse auf 600 Euro steigen, forderte Woltering.
Der Discounter Aldi hatte am Freitag teils massive Preiserhöhungen angekündigt. Fleisch, Wurst und Milcherzeugnisse sollen ab Montag "signifikant teurer" werden. Branchenkenner erwarten, dass andere Lebensmitteleinzelhändler in Kürze nachziehen werden. Als größter deutscher Discounter gilt Aldi traditionell als Preisführer. Die Verbraucherzentrale NRW verweist darauf, dass Verbraucher bei Lebensmitteln sparen könnten, wenn sie saisonale und heimische Lebensmittel einkaufen und auf Fertigmahlzeiten verzichten würden. Zudem würden in vielen Supermärkten Lebensmittel, die nur noch kurz haltbar sind, reduziert angeboten.
Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 - 804 6519
zentralredaktion@waz.de
Original-Content von: Westdeutsche Allgemeine Zeitung, übermittelt durch news aktuell
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 01.04.2022 - 16:01 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1970614
Anzahl Zeichen: 2688
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Essen
Kategorie:
Innenpolitik
Diese Pressemitteilung wurde bisher 492 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Preisschock bei Lebensmitteln: Sozialverbände fordern Entlastung der Verbraucher"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Westdeutsche Allgemeine Zeitung (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Der NRW-Landesbeauftragte des Deutschen Roten Kreuzes für den Bevölkerungsschutz warnt davor, dass weite Teile der Bevölkerung trotz der ernsten Sicherheitslage nicht auf Krieg und andere große Krisen vorbereitet seien. Er rät dazu, neben den Erwachsenen auch Kinder und Jugendliche auf den Erns
WAZ: Lehrerverband-Präsident Düll: "Social-Media-Verbot passt nicht zum Wählen ab 16" ...
Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Stefan Düll, kritisiert Forderungen in der EU und in Deutschland, den Konsum von Social Media für Jugendliche einzuschränken. Anlass ist ein Votum des NRW-Landtages, das Wahlalter bei Landtagswahlen auf 16 abzusenken. "Das Wahlalter wird auf 16
WAZ: NRW-Gleichstellungsministerin Paul (Grüne) warnt vor Sexkaufverbot ...
NRW-Gleichstellungsministerin Josefine Paul (Grüne) ist gegen ein Sexkaufverbot. "Sexarbeit ist kein Beruf wie jeder andere und Prostituierte bedürfen eines besonderen Schutzes. Ein Verbot der Sexarbeit bedeutet nicht automatisch mehr Schutz, sondern das Abdrängen in ein nur schwer zu kontro
Weitere Mitteilungen von Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Stegemann: MinisterÖzdemir muss sich endlich der drohenden Lebensmittelkrise annehmen ...
Bundesregierung zeigt keinerlei Flexibilität bei Nutzung stillgelegter Agrarflächen Die heutige Agrarministerkonferenz findet in einem überaus schwierigen Umfeld statt: Die Lebensmittelpreise in Deutschland steigen, die Welternährung verschlechtert sich, und der Bundeslandwirtschaftsminister
NRW-Ministerpräsident Wüst ruft Bevölkerung dazu auf, freiwillig weiter Maske zu tragen - "Pandemie ist noch nicht vorbei" ...
NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst hat die Menschen in NRW aufgefordert, weiterhin Masken beim Einkauf und in Innenräumen von Gebäuden zu tragen. "So sehr wir uns alle wünschen, dass die Pandemie endlich vorbei wäre - sie ist es nicht", sagte der CDU-Politiker dem "Kölner Sta
Beatrix von Storch: "Der Ofarim-Skandal zeigt die Verlogenheit des Establishments" (FOTO) ...
Der Musiker Gil Ofarim gab an, in einem Hotel in Leipzig antisemitisch beleidigt worden zu sein. "Dabei war offenbar alles ganz anders", schreibt nicht nur der Spiegel. Das Ermittlungsverfahren gegen einen Mitarbeiter des Hotels wegen angeblicher antisemitischer Äußerungen wurde einges
NRW-FDP will nur noch drei Tage Quarantäne ...
Die FDP-Fraktion im NRW-Landtag hat sich für eine weitgehendere Lockerung der Corona-Quarantäneregeln ausgesprochen. "Ich würde mir persönlich noch mehr Mut wünschen. Wer symptomfrei ist, sollte sich bereits nach drei Tagen freitesten können", sagte Fraktionschef Christof Rasche de




