Abscheulich / Kommentar von Stephen Weber zum rechten Terror
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Die Grenze des Hasses scheint längst unkorrigierbar verschoben. Über den Online-Messenger Telegram haben offensichtlich rechtsextreme Terroristen konkret die Entführung von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach geplant. Ein abscheulicher Plan. Und wieder einmal sind es leider die dunklen Ecken des Internets, die zur Brutstätte von Gewaltfantasien wurden. Personen, die nicht mehr der eigenen, oftmals von Lügen befeuerten Weltsicht entsprechen, werden aus diesen Ecken immer häufiger zur Zielscheibe von Gewalt. 2019: Ein Rechtsextremist erschießt Kassels Regierungspräsidenten Walter Lübcke in dessen Garten, weil er sich für Geflüchtete einsetzt. 2020: Ein Deutscher tötet in Hanau neun Migranten, seine Mutter und sich selbst - ein sogenannter Individualterrorist, dessen Morde von virtuellen Gesinnungsgemeinschaften ideologisch legitimiert wurden. 2021: Ein Querdenker jagt in Idar-Oberstein in einer Tankstelle einem Kassierer eine Kugel in den Kopf, weil dieser ihn auf die Maskenpflicht hinweist. Es ist ein gutes Zeichen, dass es den Ermittlern gelungen ist, den geplanten Anschlag auf Lauterbach und den Staat frühzeitig zu unterbinden und die mutmaßlichen Köpfe hinter der Aktion festzunehmen. Niemand darf sich mehr sicher fühlen in der vermeintlichen Anonymität des Netzes bei der Vorbereitung von Straftaten. Zudem hat der Fall eine wichtige Diskussion ausgelöst: über die Anfälligkeit des deutschen Stromnetzes. Ein flächendeckender Stromausfall ist eine reale Gefahr für das Land. Wenn die verhinderte Tat nun dafür sorgt, dass Vorkehrungen gegen einen sogenannten Blackout ausgeweitet werden, dann hätte das Ganze wenigstens eine gute Seite.
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Datum: 15.04.2022 - 17:06 Uhr
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