Gewaltopfer kennen Recht auf Entschädigung nicht / Repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag des WEISSEN RINGS (FOTO)
ID: 1984337

(ots) -
Fast jeder Zweite in Deutschland ist der Ansicht, dass die Entschädigung von Gewaltopfern Aufgabe des Staates ist. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag des WEISSEN RINGS, der bundesweit größten Hilfsorganisation für Kriminalitätsopfer.
Grundsätzlich meint die Mehrheit der Befragten, dass insbesondere Täter (86 Prozent) oder Institutionen wie Kirchen, Schulen oder Vereine (58 Prozent), in denen die Tat stattgefunden hat, für eine Entschädigung der Betroffenen aufkommen müssten. Aber: Solche Ansprüche lassen sich oft nur schwer oder gar nicht durchsetzen. 46 Prozent sehen den Staat in der Pflicht, Opfer von Taten wie Körperverletzung, häuslicher Gewalt oder sexuellem Missbrauch zu unterstützen.
Bereits seit 1976 gibt es das Opferentschädigungsgesetz (OEG), mit dem der deutsche Staat verspricht, Opfer von Gewalt zu versorgen. Allerdings ist das Gesetz weitgehend unbekannt, auch dies belegt die Umfrage des WEISSEN RINGS: 76 Prozent der Befragten haben noch nie vom OEG gehört. Sogar Menschen, die selbst Opfer einer Gewalttat geworden sind oder Betroffene im persönlichen Umfeld haben, wissen nichts von dem Recht, einen Antrag auf Entschädigung stellen zu können (70 Prozent). Diejenigen Befragten, die das Gesetz kennen, haben in erster Linie durch Medien oder im privaten Umfeld (71 Prozent) oder durch ihren Beruf oder ihr Ehrenamt (27 Prozent) davon erfahren. Nur 14 Prozent hingegen kennen das Recht auf Entschädigung, weil staatliche Institutionen sie informiert haben, zum Beispiel Polizei oder Gerichte.
Das deckt sich nicht mit den Erwartungen der Befragten: Die Mehrheit sieht den Staat in der Verantwortung, Gewaltopfer über seine Entschädigungsleistungen zu informieren. 76 Prozent meinen demnach, die Polizei müsste darüber aufklären. 64 Prozent sind der Ansicht, andere Behörden (beispielsweise Staatsanwaltschaft oder Rathaus) müssten dies übernehmen. 72 Prozent der Befragten finden zudem, dass Krankenhäuser, Ärztinnen und Ärzte oder psychologische Beratungsstellen die Betroffenen auf die Möglichkeit staatlicher Unterstützung hinweisen sollten.
Als wichtigste Hilfsleistung für Opfer von Gewalttaten sehen die Befragten mit einer großen Mehrheit von 63 Prozent Kostenübernahmen für medizinische Behandlungen, Therapien und Rehabilitationsmaßnahmen. 13 Prozent halten eine Rentenzahlung für wichtig, 9 Prozent eine Einmalzahlung an die Betroffenen.
Die Opferentschädigung ist für den WEISSEN RING eine Herzensangelegenheit, deshalb hat der Verein im Frühjahr 2022 das Forsa-Institut mit der Umfrage beauftragt. Es handelt sich um die erste repräsentative Erhebung zu dem Gesetz, die Erkenntnisse über die aktuelle Meinung in der Bevölkerung liefert. Das Institut befragte dafür rund 4000 Menschen in ganz Deutschland. Etwa 700 gaben an, selbst schon einmal Opfer von Gewalt geworden zu sein oder Betroffene im persönlichen Umfeld zu haben. Die vollständigen Ergebnisse der Umfrage sind kostenfrei einsehbar unter: www.forum-opferhilfe.de/oeg-umfrage.
Pressekontakt:
WEISSER RING e. V.
Team Presse & Kommunikation
E-Mail: presse@weisser-ring.de
www.forum-opferhilfe.de
Original-Content von: Weisser Ring e.V., übermittelt durch news aktuell
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 01.06.2022 - 06:00 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1984337
Anzahl Zeichen: 3436
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Mainz
Kategorie:
Soziales
Diese Pressemitteilung wurde bisher 245 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Gewaltopfer kennen Recht auf Entschädigung nicht / Repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag des WEISSEN RINGS (FOTO)"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Weisser Ring e.V. (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Rufnummer für Betroffene - Spendenkonto eingerichtet Nach den furchtbaren Ereignissen in der Leipziger Innenstadt steht der WEISSE RING an der Seite der Opfer und deren Angehörigen. Nach Bekanntwerden der mutmaßlichen Amokfahrt hat Deutschlands größte Hilfsorganisation für Kriminalitätsopfer
Wer sich für das Gemeinwohl einsetzt, muss geschützt werden ...
Der WEISSE RING legt am diesjährigen Tag der Kriminalitätsopfer, dem 22. März, ein besonderes Augenmerk auf Menschen im Dienst der Gesellschaft, die angegriffen worden sind. Dazu zählen verschiedene Gruppen: Polizei, Feuerwehr, Rettungskräfte sowie Politikerinnen und Politiker, aber auch Kranke
WEISSER RING: Bundesgeschäftsführerin Bianca Biwer wechselt zum Festspielhaus Baden-Baden ...
In der Bundesgeschäftsführung des WEISSEN RINGS, Deutschlands größter Hilfsorganisation für Kriminalitätsopfer, kommt es zu Veränderungen: Nach mehr als zwölf Jahren verlässt Bianca Biwer Ende Mai den Verein, um sich einer neuen Herausforderung als Geschäftsführerin des Festspielhauses Ba
Weitere Mitteilungen von Weisser Ring e.V.
SKODA AUTO beteiligt sich am ,Europäischen Monat der Vielfalt' und präsentiert Diversitätsstrategie 2030 ...
> SKODA AUTO unterstützt und fördert Diversität und Inklusion in allen Unternehmensbereichen > Kulturelle Vielfalt, Toleranz und Gleichberechtigung als zentrale Erfolgsfaktoren bei der Erreichung der Unternehmensziele > ,Europäischer Monat der Inklusion': SKODA AUTO hat im Mai
Christenverfolgung in Nigeria: CSI schreibt an das US-Aussenministerium (FOTO) ...
Christian Solidarity International ruft US-Aussenminister Antony Blinken auf, von Nigeria Gerechtigkeit für eine christliche Studentin zu fordern. Deborah Yakubu wurde Opfer eines Lynchmords durch einen islamistischen Mob. Die Menschenrechtsorganisation CSI warnt davor, Christen dem "Machtge
Spektakuläre Feuerwehrwettbewerbe in Mühlhausen/Thüringen / Deutsche Feuerwehr-Meisterschaften vom 3. bis 6. Juni 2022 / Qualifikation für "Feuerwehr-Olympiade" ...
Mehr als 1.300 Feuerwehrangehörige kämpfen vom 3. bis 6. Juni 2022 im thüringischen Mühlhausen um die Tickets zur "Feuerwehr-Olympiade": "Ich freue mich auf spektakuläre Feuerwehrwettbewerbe und Spitzenleistungen, für die alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer trotz widriger Umst
Internationaler Kindertag: Jedes 5. Kind in Deutschland geht hungrig zur Schule (FOTO) ...
Zum Internationalen Kindertag am 1. Juni macht der Verein brotZeit darauf aufmerksam, dass in Deutschland jedes fünfte Kind ohne Frühstück zur Schule geht. Diese "traurige und seit Jahren konstante Zahl" hat zuletzt eine Sonderauswertung der Lesestudie IGLU erneut bestätigt. brotZeit




