Woelki: Ich bin kein Hirte ohne Volk - "Viele Menschen sind dankbar, dass ich da bin"
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Der wegen des Umgangs mit den Missbrauchsfällen in der Kritik stehende Kölner Kardinal Rainer Woelki sieht sich trotz zahlreicher Kirchenaustritte nicht als "Hirte ohne Volk". "Es gibt sehr, sehr viele Menschen, die dafür dankbar sind, dass ich da bin und ihren Weg in der Kirche mit mir gehen wollen", sagte Woelki in einem Interview mit dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Samstag-Ausgabe). Natürlich seien viele Katholikinnen und Katholiken "auch meinetwegen ausgetreten - wegen meiner Art der Aufarbeitung des Missbrauchs, wegen meiner Positionierung in kirchlichen Fragen". Es gebe aber auch "jede Menge andere", die sagten: "Genau deshalb sind wir eingetreten. Oder: Ihretwegen bleiben wir in der Kirche. Wir sind froh und dankbar, dass Sie da sind, und wir beten für Sie." Er höre auch, dass viele Priester des Erzbistums hinter ihm stünden, sich aber nicht nicht äußern wollten, "weil sie Sorge haben, dann öffentlich angegangen zu werden". Der Kardinal äußerte den "Eindruck, dass wir uns kirchlich selbst in eine Hyper-Hysterisierung hineinmanövriert haben".
Woelki sagte weiter, zu seinem Amtsantritt als Kölner Erzbischof vor acht Jahren habe es "viele überzogene Erwartungen, Wunschträume oder Projektionen" gegeben, die sich auf ihn gerichtet haben. "Aber dann war es tatsächlich das Thema Missbrauch, das zu einem großen Bruch führte. Diese schrecklichen Verbrechen, das ist mir sehr deutlich geworden, haben wie eine Krake alles und jeden in den Würgegriff genommen", so der Kardinal. Es sei "schade", dass sich die Stimmung so geändert habe.
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Datum: 02.09.2022 - 14:00 Uhr
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