Krisenanheizer / Kommentar von Friedrich Roeingh zu Bürgerprotesten
ID: 2005340
Die fruchtlose Debatte über Volksaufstände angesichts galoppierender Lebenshaltungskosten ist offenbar unvermeidbar, weil sie zur freiheitlichen Mediengesellschaft gehört. Auch wenn sie die Gefahr der selbstverwirklichenden Prophezeiung in sich birgt. Ertragen muss man aber nicht, dass die Linke in ihrem Überlebenskampf ganz bewusst das Abstandsgebot zu rechten Rattenfängern verweigert. Und das nur aus der Sorge heraus, weniger Menschen auf die Straße zu bringen als die Rechten mit ihrer widerwärtigen Anlehnung an die Montagsdemonstrationen gegen den SED-Unrechtsstaat. Umso besser, dass die Resonanz dieser ersten Aufmärsche von Links- und Rechtsaußen hinter den Erwartungen zurückblieb. Eine Versicherung gegen eine steile Wachstumskurve ist das freilich nicht. Die Bundesregierung muss nun endlich zu Geschlossenheit und Klarheit finden, die das wirksamste Instrument gegen Volkszorn sind. Handwerkliche Fehler, wie sie bei der Gasumlage passiert sind und wie sie bei der noch unausgegorenen Strompreisbremse erneut drohen, wären fatal. Regierung und Öffentlichkeit sind zugleich gut beraten, nicht in eine deutsche Nabelschau zu verfallen. Nach allen Vorzeichen können die Proteste in Polen, Ungarn, Bulgarien und Tschechien viel schneller eine bedrohliche Dimension bekommen. Wenn Putin auf einen Winter der europäischen Spaltung setzt, dann wird er sich hier am ehesten bewahrheiten. Das zeigt, wie elementar es ist, dass Europa nicht nur bei Waffenlieferungen immer wieder gemeinsame Antworten findet. Dieser Krieg um die Einheit der EU ist noch lange nicht gewonnen.
Pressekontakt:
Allgemeine Zeitung Mainz
Zentraler Newsdesk
Telefon: 06131/485946
desk-zentral@vrm.de
Original-Content von: Allgemeine Zeitung Mainz, übermittelt durch news aktuell
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 06.09.2022 - 18:15 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 2005340
Anzahl Zeichen: 1859
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Mainz
Kategorie:
Innenpolitik
Diese Pressemitteilung wurde bisher 322 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Krisenanheizer / Kommentar von Friedrich Roeingh zu Bürgerprotesten"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Allgemeine Zeitung Mainz (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Der Politikwissenschaftler Prof. Dr. Karl-Rudolf Korte hält einen Austritt der FDP aus der Berliner Ampelkoalition für möglich. "Die Ergebnisse der FDP bei den vergangenen Landtagswahlen befinden sich im kaum noch messbaren Bereich", sagt Korte im neuen Podcast der VRM "Korte &
Es bleibt ein Störgefühl / Kommentar von Jens Kleindienst zum Karlsruher AfD-Urteil ...
Als demokratisch gewählter Vertretung des Volkes kommt dem Bundestag "bei der Gestaltung seiner inneren Organisation und des Geschäftsgangs ein weiter Spielraum zu". So hat es das Bundesverfassungsgericht jetzt bekräftigt - und sich damit selbst große Zurückhaltung auferlegt. Einzige
Wir brauchen eine Vision für unser Land / Kommentar von Dennis Rink zum Zustand Deutschlands ...
Wohin führt unsere Reise? Befindet sich Deutschland wirklich im Sinkflug? Und was bedeutet das für uns? Umfragen bestätigen regelmäßig, dass wir Deutsche uns diese Frage immer häufiger stellen - und dass wir Sorgen haben. Können wir hier noch sicher leben? Bleibt die Demokratie die sattelfest
Weitere Mitteilungen von Allgemeine Zeitung Mainz
Kommentar von "nd.DerTag" zur Protestdemonstration der Linkspartei in Leipzig ...
Es war ein gutes Zeichen, dass die Deutungshoheit über die Sozialproteste ausgerechnet in der Stadt der friedlichen Revolution nicht den Antidemokrat*innen oblag. Dass die Rechtsextremen deutlich mehr Personal als üblich nach Leipzig gekarrt hatten, ließ sich auch darauf zurückführen, dass de
Bundeshaushalt - Lindners Mogelpackung ...
Ob es Lindner wirklich gelingt, mit dem vorgesehenen Geld auszukommen, ist völlig offen. Denn niemand weiß, was in den kommenden Monaten und im Jahr 2023 noch auf das Land, die Unternehmen und die Bürger zukommt. Wie sich zum Beispiel die Preise für Energie und Lebensmittel entwickeln. Ein vie
Atomkraftwerke - Erwartbare Kritik aus Bayern ...
Wahrscheinlich liegt der bayerische Ministerpräsident richtig, wenn er prophezeit, dass der "Notreserve"-Plan die Konfrontation mit der Realität letztlich nicht überstehen wird. Ob es die Berliner Ampel-Koalition tut, ist auch nicht ganz sicher. Jedenfalls versuchen Söder und die Uni
Der Staat kann nicht alle Härten abfedern / Baden-Württembergs Ministerpräsident Kretschmann gibt Energiespartipps, Bürger wünschen sich einen starken Staat. Beides ist falsch. ...
Die Stimmung ist schlecht in Baden-Württemberg - und das ist so ganz und gar nicht verwunderlich. Die Coronakrise wird von der Energiekrise überlappt, und trotz der Entlastungsankündigungen des Bundes am Wochenende gibt es keine Aussicht auf Besserung. Im Gegenteil: Der Eindruck, dass sich imme




