Verschärfung des Widerstandsparagraphen ist reine Symbolpolitik
ID: 274425
Verschärfung des Widerstandsparagraphen ist reine Symbolpolitik
"Mehr als Symbolpolitik und Populismus steckt nicht hinter der Verschärfung des Widerstandsparagraphen. Die Regierung erweckt zu Unrecht den Eindruck, jede Widerstandshandlung sei bereits eine Gewalttat. Dabei kann schon passive Resistenz etwa gegen Festnahmen als Widerstand verfolgt werden - man denke an Sitzblockaden gegen Naziaufmärsche oder den Castor-Transport. Hier von Gewalt zu sprechen, ist absoluter Unsinn.
Hinzu kommt: Wenn im Rahmen einer Widerstandshandlung tatsächlich ein Polizeibeamter verletzt wird, erwartet den Angeklagten eine Verurteilung wegen Körperverletzung. Und bei schwerer Körperverletzung beträgt die Mindeststrafe sowieso schon drei Jahre. Auch die von der Unionsfraktion gerne angeführte Studie des Kriminologischen Instituts Niedersachsen liefert keine Rechtfertigung für die Gesetzesverschärfung. Die Studie verzeichnet für das Jahr 2009 vielmehr einen Rückgang der Widerstandsdelikte.
Es gibt also keinen vernünftigen Grund für den Kabinettsbeschluss. Mit dem Widerstandsparagraphen ist der - fraglos gestiegenen - Gewaltbereitschaft in der Gesellschaft nicht beizukommen. Die Sicherheit von Polizeibeamten wird nicht um ein Jota verbessert. Das ist auch dem Bundesjustizministerium bewusst, das noch im Mai erklärt hat, es gebe keinen Anlass, den Strafrahmen zu erhöhen. Später hat mir das Ministerium auf eine Schriftliche Frage hin mitgeteilt, die Erhöhung der Strafdrohung 'erscheint vertretbar, um die Bedeutung zum Ausdruck zu bringen, die der Gesetzgeber dem Schutz staatlicher Vollstreckungshandlungen beimisst'. Wie gesagt: Reine Symbolpolitik. Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) hat sich von den Scharfmachern in der Regierung über den Tisch ziehen lassen."
F.d.R. Christian Posselt
Pressesprecher
Fraktion DIE LINKE. im Bundestag
Platz der Republik 1
11011 Berlin
Telefon +4930/227-52800
Telefax +4930/227-56801
pressesprecher@linksfraktion.de
http://www.linksfraktion.de
Bereitgestellt von Benutzer: pressrelations
Datum: 13.10.2010 - 14:46 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 274425
Anzahl Zeichen: 2746
pressrelations.de – ihr Partner für die Veröffentlichung von Pressemitteilungen und Presseterminen, Medienbeobachtung und Medienresonanzanalysen
Diese Pressemitteilung wurde bisher 250 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Verschärfung des Widerstandsparagraphen ist reine Symbolpolitik"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Die Linke. im Bundestag (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Die Bundesregierung will auf die sogenannte Extremismusklausel bei der Förderung von Anti-Rechts-Initiativen verzichten. Bisher gibt es von Familienministerin Schwesig aber nur eine "interne Dienstanweisung". Dazu erklärt der Bundesgeschäftsführer der LINKEN, Matthias Höhn: Von
Diese SPD für uns nicht koalitionsfähig ...
Vor dem heutigen Bundesparteitag der SPD, erklärt das LINKE-Vorstandsmitglied Dominic Heilig im Hinblick auf den innerparteilichen Proporz und Streit zwischen Ost- und Westlandesverbänden in der SPD: Solange diese Partei ihr Binnenverhältnis nicht geklärt hat, ist sie für uns nicht koaliti
EEG - Industrieprivilegien kosten reguläre Arbeitsplätze ...
"Die unberechtigten Industrieprivilegien bei der EEG-Umlage müssen umgehend gestrichen werden", fordert Martin Schirdewan, Mitglied des Parteivorstandes der Partei DIE LINKE. Er erklärt weiter: Es muss endlich Schluss damit sein, dass sich Unternehmen durch die Umwandlung regulärer
Weitere Mitteilungen von Die Linke. im Bundestag
Neue Vorwürfe bei der hessischen Polizei GRÜNE: Resultat systematischer Hierarchisierung seit April 1999 ...
"Der neue Innenminister Boris Rhein muss jetzt dringend seinen Worten von einer 'neuen Führungskultur' bei der Polizei, die er noch als Staatssekretär beim Landestag der Gewerkschaft der Polizei im März 2010 in Aussicht stellte, Taten folgen lassen", erklärt der Fraktionsvo
STINNER: Diskussion über Raketenabwehr in der NATO mit sauberen Argumenten führen (13.10.2010) ...
BERLIN. Zu den Äußerungen des NATO-Generalsekretärs Anders Forg Rasmussen, eine Raketenabwehr in der NATO ließe sich mit 200 Millionen Euro finanzieren, erklärt der außenpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion Rainer STINNER: Egal wie man zur Notwendigkeit eines Raketenabwehrsystem
BRACHT-BENDT: Deutscher Hospiztag: Sterben ins Leben integrieren (13.10.2010) ...
BERLIN. Zum morgigen Deutschen Hospiztag erklärt die Sprecherin für Senioren der FDP-Bundestagsfraktion und das Mitglied der Kinderkommission des Deutschen Bundestages Nicole BRACHT-BENDT: Der alljährliche Hospiztag ist ein wichtiger Anlass, der Hospizbewegung für dessen großartiges Engage
Verbände und Gewerkschaft: Energetische Gebäudemodernisierung unterfinanziert - Klimapolitik unglaubwürdig ...
Berlin - Anlässlich der morgigen Anhörung im Haushaltsausschuss des Bundestags zum Energie- und Klimafonds hat ein Bündnis aus Umwelt- und Verbraucherverbänden sowie der IG BAU die Koalition davor gewarnt, die Fördermittel für die energetische Gebäudesanierung gegenüber den Vorjahren zu kÃ




