Ökologisch reformierte und sozial gerechte Pendlerzulage einführen statt Entfernungspauschale anheben
ID: 583186
(BUND) hat sich gegen Forderungen aus der FDP, der Partei "Die Linke"
und Automobilverbänden gestellt, wegen gestiegener Spritpreise die
Entfernungspauschale anzuheben. "Das Ansinnen, kletternden
Rohölpreisen mit höheren Subventionen zu begegnen, ist von Vornherein
zum Scheitern verurteilt. Gerade jetzt wird der Reformbedarf der
Pendlerzulage besonders deutlich. Heute fördert die
Entfernungspauschale vor allem jene, die mit spritfressenden Autos
weit und viel pendeln und viel verdienen. Die Zulage benötigen aber
vor allem jene, die wenig verdienen. Diese fahren zumeist auch
kürzere Strecken", sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger. Erst
eine Reform der Pendlerpauschale könne die richtigen umwelt- und
siedlungspolitischen Anreize geben. Nicht das Pendeln gehöre
gefördert, sondern der Umstieg auf umweltfreundlichere
Verkehrsmittel, sagte der BUND-Vorsitzende.
Die Probleme steigender Mobilitätskosten seien viel zu ernst, um
sie Populisten überlassen zu dürfen, sagte Weiger. Es erstaune ihn
schon sehr, dass Vertreter von FDP und "Die Linke" zusammen mit
Automobilclubs jene noch mehr begünstigen wollten, die schon heute am
meisten von der Pendlerpauschale profitierten. Klamme öffentliche
Kassen, der Klimawandel und die Ressourcenverknappung müssten Anlässe
genug sein, um über eine Reform der Pendlerpauschale nachzudenken,
sagte Weiger.
"Geringverdiener, die einen hohen Anteil ihres Einkommens für ihre
Mobilität aufbringen müssen, gehen derzeit völlig leer aus. Deshalb
brauchen wir eine Pendlerzulage, die abgestuft nach der jeweiligen
Entfernung zwischen Wohnen und Arbeitsplatz gewährt wird. Je weiter
beides auseinander liegt, desto geringer werden die Kilometersätze.
Dies ist der einzige Weg, um der Zersiedelung der Landschaft
entgegenzuwirken und den Klimaschutzerfordernissen nachzukommen",
sagte Weiger.
Der BUND-Verkehrsexperte Werner Reh will zusätzlich eine
Spritspar-Komponente in die Pendlerzulage einführen. Zur Berechnung
der Sätze solle nicht mehr ein durchschnittlich acht Liter
verbrauchender Pkw dienen, sondern ein lediglich vier Liter auf
Hundert Kilometer verbrauchendes Fahrzeug. Bei einer Entfernung zur
Arbeit bis 20 Kilometer will er zehn Cent pro Kilometer erstattet
sehen. Alternativ könnte auch ein Jahresticket für den öffentlichen
Nahverkehr steuerlich berücksichtigt werden. Bei Entfernungen
zwischen 20 und 30 Kilometer soll der Satz auf acht Cent pro
Kilometer sinken, bei noch größeren Entfernungen auf sechs Cent pro
Kilometer.
Reh: "Bei der Wohnortwahl, beim Umstieg auf den öffentlichen
Personennahverkehr und bei der Wahl eines sparsamen Autos setzt eine
entsprechend reformierte Pendlerzulage die richtigen Anreize. Aber
auch die Arbeitgeber müssen mehr Verantwortung gegenüber ihren
Arbeitnehmern zeigen und betriebliche Mobilitätskonzepte erstellen.
Dazu gehören die bessere Standortplanung entlang öffentlicher
Verkehrsmittel, Jobtickets sowie die Förderung des Radverkehrs und
von Fahrgemeinschaften."
Den BUND-Reformvorschlag für eine Pendlerzulage finden Sie im
Internet unter: www.bund.net/pdf/pendlerzulage
Pressekontakt:
Dr. Werner Reh, BUND-Verkehrsexperte, Tel: 030-27586-435, Mobil:
0173-6071601, E-Mail: werner.reh@bund.net bzw. Rüdiger Rosenthal,
BUND-Pressesprecher, Tel. 030-27586-425/-489, E-Mail:
presse@bund.net, www.bund.net
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 28.02.2012 - 10:35 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 583186
Anzahl Zeichen: 3828
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Berlin
Kategorie:
Auto & Verkehr
Diese Pressemitteilung wurde bisher 245 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Ökologisch reformierte und sozial gerechte Pendlerzulage einführen statt Entfernungspauschale anheben"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
BUND (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
- Bekanntheit wächst stetig - Mehrheit für Ausweisung als UNESCO Welterbe - Aktionstag am 3.10. bietet viele Angebote und Start neuer App Anlässlich des Tags der Deutschen Einheit am kommenden Freitag (3.10.) veröffentlicht der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) die Erge
Klimaschutzprogramm fällig: Bundesregierung muss liefern / Neuer BUND-Plan für wirksames Maßnahmenpaket ...
- Klimaschutz keine Frage des Gutdünkens - verpflichtende Klimaziele in Gefahr - Bundesregierung mit Klimaschutzprogramm vor klimapolitischem Lackmustest - Lösungen im Kampf gegen die Klimakrise bekannt - BUND zeigt Weg auf Die Bundesregierung steht vor ihrem klimapolitischen Lackmustest:
Bahnstrategie: Ohne starke Schiene keine Mobilitätswende ...
Im Vorfeld der Vorstellung der Bahnstrategie durch Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) erklärt Verena Graichen, Geschäftsführerin Politik beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND): "Ein flächendeckendes, zuverlässiges und bezahlbares Angebot auf der Schiene ist e
Weitere Mitteilungen von BUND
Audi Vorstand Axel Strotbek hält die Keynote auf dem automotiveDAY im Rahmen der CeBIT. ...
Mit dem Modularen Infotainment Baukasten will Audi Maßstäbe setzen. In der Keynote zum automotiveDAY 2012 am 8. März stellt Axel Strotbek, Vorstand Finanz und Organisation bei Audi, diesen Baukasten im Rahmen der weltgrößten Technologiemesse CeBIT vor. Zum Einsatz kommt der Baukasten weltweit
Kritische Situationen meistern durch Fahrerassistenzsysteme ...
Prof. Dr.-Ing. Lutz Eckstein, Leiter des Instituts für Kraftfahrzeuge (ika) an der RWTH Aachen University, hält am 30.-31. Mai 2012 gemeinsam mit Dr.-Ing. Adrian Zlocki sein erstes Seminar im Haus der Technik in Essen. Ziel ist die Vermittlung von Grundlagenwissen hinsichtlich der Interak
Solidarstreiks führen zu massiven Beeinträchtigungen im Flugverkehr ...
28.02.2012 23/2012 FRA/mps ? Die Ankündigung, auch die Lotsen der Deutschen Flugsicherung (DFS) zum Solidaritätsstreik aufzurufen, zeigt, dass die GdF-Funktionäre völlig unverantwortlich vorgehen, um ihre überzogenen Forderungen durchzusetzen. Diese Ausweitung wird zu massiven Beeinträchti
Unfallstellen richtig absichern - was Autofahrer beachten müssen ...
Erstmals seit 20 Jahren gab es 2011 wieder mehr Verkehrstote in Deutschland. Während die Anzahl der Unfälle leicht gesunken ist, erhöhte sich jedoch die Zahl der Toten und Verletzten pro Unfall. "Laut einem Urteil des Bundesgerichtshofs sind Autofahrer und Ersthelfer, selbst wenn sie




