Westfalen-Blatt: Das Westfalen-Blatt (Bielefeld) zum Thema Atomausstieg:

Westfalen-Blatt: Das Westfalen-Blatt (Bielefeld) zum Thema Atomausstieg:

ID: 592657
(ots) - Nicht ohne Grund hat der Bundestag unmittelbar
vor dem Jahrestag der Atomkatastrophe von Fukushima eine
Zwischenbilanz der Energiewende gezogen. Der Ausstiegsfahrplan steht,
aber die Umstellung auf erneuerbare Energien hakt. Durchaus
berechtigt sind Sorgen, dass das Gesamtprojekt scheitert.
Offshore-Windparks sind zwölf Monate im Verzug, weil der Ausbau der
Netze stockt. Stark schwankende Erträge aus Wind und Sonne können
nicht zwischengelagert werden, weil neue Pumpspeicherkraftwerke vor
Genehmigungs- und Finanzhürden stehen. Bei der Suche nach den
Ursachen sollte man es sich nicht so einfach machen wie
SPD-Energieexperte Ulrich Kelber. Er unterstellt, Schwarz-Gelb wolle
in Wahrheit die Wende scheitern lassen, damit die alten Atommeiler
länger laufen. Beleg: die jüngsten Kürzungen bei der Solarförderung.
Tatsächlich hat sich die Bundesregierung zu einem massiven Eingriff
entschlossen, der - je eher um so besser - eine Fehlentwicklung
verhindert. Auch Sozialdemokraten, Linke und selbst Grüne - wenn auch
nicht so deutlich - sehen das Problem: Die hohe Einspeisevergütung
für Solarstrom ist extrem unsozial. Weil alle Bürger, ohne jede
Staffelung nach persönlicher Leistungsfähigkeit, per Stromrechnung
den Solarboom bezahlen, geraten die Prinzipien soziale Gerechtigkeit
und ökologische Nachhaltigkeit in eine ungewohnte
Entweder-Oder-Situation. Bitter: Sozialschwache aus der Mietskaserne
zahlen, damit finanziell besser gestellte Haus- und Grundbesitzer
nebenan mit der Sonne um die Wette lachen. Mehr noch: Großinvestoren
und internationale Fonds kassieren nicht selten zweistellige
Renditen. Vor allem aber: Unser bisheriges Fördermodell für
Photovoltaik finanziert Arbeitsplätze in Südostasien, wo mehr als 80
Prozent der Solaranlagen hergestellt werden. Schon vergessen? 2008
und 2009 war es die Solarindustrie selbst, die intern davor warnte,


dass zu hohe Subventionen notwendige Innovationen bei den heimischen
Herstellern verhindern. Deshalb sollten wir uns keinen Tag länger mit
der Solardebatte aufhalten, sondern die Windkraftanlagen fördern, den
Netzausbau vorantreiben und neue Hürden vermeiden. Wer nur auf
Erdkabel setzt und nach der Devise verfährt, das Teuerste ist gerade
gut genug, der leistet der Energiewende einen Bärendienst.
Kontraproduktiv ist auch der Versuch von NRW-Umweltminister Johannes
Remmel (Grüne) über eine höhere Netzabgabe Speicherkraftwerke zu
subventionieren. Denn am Ende müsste wiederum der kleine Verbraucher
für die glänzenden Geschäfte der Großen blechen. Deshalb sind bis
zum Abschalten des letzten Meilers Pragmatismus, Entschlossenheit und
soziales Gewissen gefordert. Die Energiewende ist keine Spielwiese,
sondern knallhartes Business, mit dem Deutschland Wachstum und
ökologische Verantwortung weltweit vorlegen kann.



Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Nachrichtenleiter
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 - 585261

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  Mittelbayerische Zeitung: Kommentar zu Justiz/Hotel/Hausverbot von Reinhard Zweigler Neue OZ: Kommentar zu BGH -Urteil  /  Hausrecht
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 09.03.2012 - 20:30 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 592657
Anzahl Zeichen: 3226

Kontakt-Informationen:
Stadt:

Bielefeld



Kategorie:

Innenpolitik



Diese Pressemitteilung wurde bisher 182 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Westfalen-Blatt: Das Westfalen-Blatt (Bielefeld) zum Thema Atomausstieg:"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Westfalen-Blatt (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

WESTFALEN-BLATT - Till Brönner: "Nichts aus Corona gelernt" ...
Der international renommierte Jazz-Trompeter Till Brönner befürchtet, dass Politik und Gesellschaft nichts aus der Zeit der Corona-Pandemie gelernt haben. "Das Erste, was wir tun, wenn es eng wird, ist ausgerechnet unsere DNA, nämlich die Kultur- und die Veranstaltungsbranche und die, die un

34 Polizeischüsse: Autofahrer gelähmt, Ermittlungen eingestellt ...
Die 34 Schüsse, die Polizisten vor zwei Jahren in Bad Salzuflen auf einen Audi und seinen Fahrer (19) abgegeben hatten, bleiben ohne strafrechtliche Folgen - es wird keinen Prozess geben. Die Staatsanwaltschaft Detmold hat nach WESTFALEN-BLATT-Informationen das Verfahren gegen die beiden Herforder

NRW: Polizei überwacht afghanischen Sexualtäter ...
Im Kreis Herford (NRW) wird ein afghanischer Sexualstraftäter in Absprache mit dem Landeskriminalamt "engmaschig" von der Polizei überwacht. Der 24-Jährige, der als rückfallgefährdet gilt, hatte nach einer Sexualtat eine Haftstrafe von drei Jahren und acht Monaten verbüßt und war in


Weitere Mitteilungen von Westfalen-Blatt


Mittelbayerische Zeitung: Kommentar zu Justiz/Hotel/Hausverbot von Reinhard Zweigler ...
Was geht einen Hotelier die Gesinnung seiner Gäste an? Eigentlich gar nichts. Jeder Gast hat einen Anspruch darauf, gut untergebracht und bewirtet zu werden. Es gilt das Prinzip: Leistung gegen Geld. Doch in der weiten Wirklichkeit liegen die Dinge nicht immer so einfach, sie sind vertrackter.

Mittelbayerische Zeitung: Kommentar zu G8/Bayern von Isolde Stöcker-Gietl ...
Ist das die verschleierte Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium? Kultusminister Spaenle bemühte sich am Freitag redlich, diesen Eindruck zu zerstreuen. Das neu geschaffene Intensivierungsjahr sei ein Angebot, dem nur vereinzelt Schüler nachkommen sollen und werden. Es gehe um mehr Zeit für in

RNZ: "Ein Zeichen" - Kommentar zu Hotel-Urteil des BGH ...
"Es ist zumindest fragwürdig, wie hier das Hausrecht gegen den Gleichheitsgrundsatz aufgewogen wurde. Andere Gerichte könnten hier nachjustieren. Solange aber darf man sich über die deutliche Absage an den NPD-Funktionär noch freuen." Von Sören Sgries Mit dem Rausschmiss de

Berliner Zeitung: Kommentar zur CDU-Attacke auf Beate Klarsfeld ...
Beate Klarsfeld musste sich Hilfe besorgen, wo sie sie finden konnte. Zum Beispiel in Ost-Berlin. Sie hat sich von der SED nicht instrumentalisieren lassen, sie hat auf eigene Initiative, in eigenem Auftrag gehandelt. Beate Klarsfeld hat ein Beispiel gegen das geschichtsvergessene Duckmäusertu


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z