WAZ: Chance zur Versöhnung. Kommentar von Martina Schürmann
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Rückgabeforderungen. Und nicht nur der ägyptische Altertumshüter Zahi
Hawas hat uns mit Rückruf-Aktionen der Nofretete oft daran erinnert,
dass man über Eigentumsfragen zumindest streiten kann. Gerade die
barbarischen Taten des NS- Regimes haben unglaubliches Unrecht
geschaffen, bei enteigneten jüdischen Sammlern, aber auch in
deutschen Museen. Das Essener Folkwang hat zuletzt mit seiner
Ausstellung "Das schönste Museum der Welt" gezeigt, was durch die
Willkür der Nazis als vermeintlich "entartete" Kunst verloren ging.
Dass der Bundesgerichtshof das Deutsche Historische Museum nun zur
Rückgabe einer der bedeutendsten Plakatsammlungen verurteilt hat, die
die Nazis 1938 einem jüdischen Arzt abgenommen haben, entspricht den
seit Jahren gültigen Grundsätzen der "Washingtoner Erklärung" zur
Rückgabe von Raubkunst. Zugleich möchte man auf ein Zeichen der
Versöhnung hoffen. Wo dieses Zeichen sichtbar wird, darüber müsste
Einvernehmen unter den Kunstfreunden, den Enkeln der Täter wie der
Opfer, herrschen: Im Museum als Ort der zutiefst demokratischen
Kunsterfahrung.
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Datum: 16.03.2012 - 19:20 Uhr
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