Greenpeace-Aktivisten steigen Volkswagen aufs Dach / Umweltschützer fordern von VW-Chefetage mehr Klimaverantwortung
ID: 617932
Volkswagen haben heute Morgen Greenpeace-Aktivisten auf dem
14-stöckigen VW-Verwaltungsgebäude in Wolfsburg protestiert. Die
Umweltschützer kletterten auf das runde Konzernsymbol auf dem
Gebäudedach und entrollten dort ein Handbanner mit der Aufschrift
"CO2 - das Problem". Die Umweltschützer kritisieren damit die
Schattenseite des größten europäischen Autoherstellers, dessen
Neuwagenflotte im Branchenvergleich den größten CO2-Ausstoß
verursacht. Zwei Tage vor der VW-Jahreshauptversammlung ruft
Greenpeace Volkswagen-Chef Martin Winterkorn auf, beim Klimaschutz
einen Gang zuzulegen. "Der Perfektionist Winterkorn macht jede
lockere Schraube zur Chefsache; den gleichen Anspruch erwarten wir in
Sachen Klimaschutz", sagt Wolfgang Lohbeck, Verkehrsexperte bei
Greenpeace.
Keine Tricksereien bei Abgaswerten!
Die Europäische Union wird in den kommenden Monaten schärfere
CO2-Grenzwerte für die Autoindustrie im Jahr 2020 festlegen. In der
Debatte versucht die Autoindustrie auf Lobbyebene Schlupflöcher zu
finden, um zukünftige Strafzahlungen zu vermeiden. So wollen die
Autobauer Elektroautos unabhängig von dem Strom, den diese beziehen,
nicht nur als Null-Emissionen-Fahrzeuge auf ihren durchschnittlichen
Flottengrenzwert anrechnen, sondern steuern sogar eine
Doppel-Anrechnung an. "Elektroautos bringen dem Klima nichts.
Zukünftige Elektroautos sollten nur dann als Nullemissionen
eingerechnet werden, wenn sie mit 100 Prozent erneuerbaren Energien
betrieben werden", sagt Lohbeck. "Auch eine Mehrfachanrechnung ist
abzulehnen. Diesen Rechentricks muss Herr Winterkorn eine klare
Absage erteilen!"
VW-Klimapläne bleiben hinter technisch Möglichem zurück
Gerade erst verkündete VW-Entwicklungsvorstand Ulrich Hackenberg
auf einem Stuttgarter Autokongress, Volkswagen werde zum Jahr 2018
der umweltfreundlichste Autobauer der Welt sein. Greenpeace fordert,
dieser Ankündigung ehrlich gemeinte Taten folgen zu lassen. Das
bedeutet für VW, den aktuellen Stand der hauseigenen umweltschonenden
Spritspartechnik serienmäßig ohne Aufpreis für die Verbraucher
einzusetzen und für alle VW-Neuwagen im Jahr 2020 einen
Durchschnittsgrenzwert von 80 Gramm CO2-Ausstoß pro Kilometer
festzulegen. Das entspräche einem Durchschnittsverbrauch von maximal
3,5 Liter Kraftstoff. Bisher hat VW-Chef Martin Winterkorn auf dem
letzten Genfer Autosalon lediglich für das Jahr 2015 eine Aussage
getroffen und mit einem Grenzwert von 120 Gramm geworben. Greenpeace
hatte berechnet, dass dies bereits heute technisch möglich wäre
(http://gpurl.de/1zK3b). Seit Sommer 2011 haben sich weltweit bereits
mehr als 510.000 Unterstützer im Internet (www.vwdarkside.com) der
Greenpeace-Kritik angeschlossen.
Achtung Redaktionen: Rückfragen bitte an Wolfgang Lohbeck, Tel.
0171- 8780823, oder Pressesprecherin Michelle Bayona, Tel. 0171-8780
830, Fotos unter Tel. 040-30619376, Video-Material zum Download vom
FTP-Server unter Tel. 0175-5891718. Greenpeace-Pressestelle: Tel. 040
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Datum: 17.04.2012 - 12:06 Uhr
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Wolfsburg
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