Fußball soll keine Staatsaffäre werden
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Fußball soll keine Staatsaffäre werden
"Zahlreiche strategische Probleme in diesem osteuropäischen Land sind ungelöst und von erheblicher Sprengwirkung. Dazu gehören unter anderem der Transfer von Gas und Erdöl und damit die Energieversorgung Europas sowie die Stationierungsprobleme der russischen Marine auf der Krim. Die Ukraine hat sich entschieden, nicht Mitglied der NATO werden zu wollen und die Verhandlungen mit der europäischen Union kommen nicht richtig voran. Das Desaster der ukrainischen Politik ist auch den unbefriedigenden Perspektiven des Landes zwischen Russland und der EU geschuldet. Julia Timoschenko sollte alle erforderliche medizinische Versorgung erhalten. Gleichzeitig sollte eine humanitäre Lösung ihrer Haft und ihrer Haftbedingungen angestrebt werden.
Unabhängig meiner kritischen Bewertung der ukrainischen Politik zeigen viele Erfahrungen, dass ein Abbruch von Dialogmöglichkeiten Kritikwürdiges eher verfestigt. Wer eine Tür zumacht, muss wissen, dass sein Einfluss auf das Geschehen hinter der Tür eher sinkt als zunimmt. Die Absage der Reise des Bundespräsidenten zum Treffen von Staatschefs in der Ukraine hilft aktuell weder Frau Timoschenko noch ändert sich dadurch etwas an der Situation in der Ukraine. Ebenso falsch wäre eine Absage und Teilnahmeverweigerung an der Fußballeuropameisterschaft. Fußball soll und darf keine Staatsaffäre werden. Wer sich für diesen Sport interessiert, soll hinfahren. Wer nicht, bleibt zu Hause."
F.d.R. Beate Figgener
Pressesprecher
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Datum: 27.04.2012 - 16:00 Uhr
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