Westdeutsche Zeitung: Der Konflikt in Syrien lässt sich nur mit Diplomatie lösen - Ein Militärein

Westdeutsche Zeitung: Der Konflikt in Syrien lässt sich nur mit Diplomatie lösen - Ein Militäreinsatz löst das Problem nicht
Ein Kommentar von Anja Clemens-Smicek

ID: 655602
(ots) - Srebrenica und Ruanda stehen für das kollektive
Versagen des Westens. 1993 schauten Blauhelm-Soldaten im
Bosnien-Krieg tatenlos zu, als serbische Truppen ein Massaker an der
örtlichen Bevölkerung verübten. Nur ein Jahr später griffen die UN
nicht ein, als im ostafrikanischen Ruanda 800 000 Tutsi
niedergemetzelt wurden. Ähnlich schwere Fehler sollte es in der
Geschichte der Weltorganisation nie wieder geben. Doch wer die
jüngsten Gräueltaten in Syrien sieht, das Morden an Frauen und
Kindern, der bekommt den Eindruck, dass die Vereinten Nationen in
einem weiteren Krisenherd erneut auf den Platz des Zuschauers
verbannt sind.

Wie so oft in der Vergangenheit erweist sich der UN-Sicherheitsrat
als Papiertiger, gelähmt durch seine erzwungene Einstimmigkeit. Denn
wie so oft scheitert eine gemeinsame Haltung an China und Russland.
An China, weil es die außenpolitische Doktrin der Nicht-Einmischung
verfolgt. An Russland, weil dem Land seine strategischen Interessen
und Waffenlieferungen an Syrien wichtiger sind als Menschenleben. So
kann der syrische Präsident Baschar al-Assad weiter unbehelligt
Verbrechen gegen sein Volk begehen.

Aus humanitären Gesichtspunkten ist die Forderung nach einem
militärischen Eingreifen des Westens verständlich. Doch die
Gemengelage ist so undurchschaubar, dass eine Intervention einem
Himmelfahrtskommando gleichkäme. Die syrische Opposition bildet einen
Flickenteppich widerstreitender Interessen. Je länger sich dieser
Bürgerkrieg hinzieht, desto größer wird der Einfluss militanter
Gruppen mit islamistischem Hintergrund. Deshalb müssen alle
militärischen Planspiele auch die Frage beantworten, was nach Assad
käme. Ein islamistisches Regime in Damaskus wäre nicht zuletzt eine
Gefahr für Israels Interessen und Sicherheit.

Und die Nato? Das Bündnis kann einen Einsatz weder militärisch


noch finanziell stemmen, zudem wäre er um einiges riskanter als der
in Libyen. An einer diplomatischen Lösung führt also kein Weg vorbei.
Ein wichtiger Schritt wäre die Bildung einer Kontaktgruppe, der neben
China und Russland auch regionale Mächte angehören. Nur gemeinsam
können sie Assad zum Einlenken bewegen. Nur er kann das Morden in
seinem Land stoppen.



Pressekontakt:
Westdeutsche Zeitung
Nachrichtenredaktion
Telefon: 0211/ 8382-2370
redaktion.nachrichten@westdeutsche-zeitung.de
www.wz-newsline.de

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  Mitteldeutsche Zeitung: Mitteldeutsche Zeitung zur Documenta Sittenwidrige Probezeitkündigung
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 08.06.2012 - 19:12 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 655602
Anzahl Zeichen: 2716

Kontakt-Informationen:
Stadt:

Düsseldorf



Kategorie:

Politik & Gesellschaft



Diese Pressemitteilung wurde bisher 170 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Westdeutsche Zeitung: Der Konflikt in Syrien lässt sich nur mit Diplomatie lösen - Ein Militäreinsatz löst das Problem nicht
Ein Kommentar von Anja Clemens-Smicek
"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Westdeutsche Zeitung (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Kommentar/WZ zur ersten Sitzung des neuen Bundestages: / Schwieriges Parlament ...
Von Lothar Leuschen Der Auftakt ist schon nicht gelungen gewesen. Statt eine möglichst verbindende Rede zu halten, erging sich Alterspräsident Gregor Gysi darin, die Parteiprogrammatik der Linken abzuspulen inklusive der Aufforderung, das Gespräch mit Russland zu suchen. Dass die Abgeordneten de

Kommentar: Die USA sind verloren / zu Trump und den Folgen ...
Von Lothar Leuschen Die Ereignisse überschlagen sich. Nur wenige Stunden, nachdem die USA angekündigt hat, die Unterstützung der Ukraine im Verteidigungskampf gegen Russland abzubrechen, kommt ebenso aufgeschreckt wie unausgegoren aus der Union in Deutschland der Ruf nach Rückkehr zur allgemein

WZ-Kommentar zu: Lars Klingbeil ist neuer SPD-Fraktionschef ...
Der, auf den es ankommt Von Lothar Leuschen Normalerweise wäre es eine Randnotiz, dass Lars Klingbeil am Mittwoch im Otto-Wels-Saal des Reichstagsgebäudes zum neuen Vorsitzenden der SPD-Fraktion gewählt worden ist. Aber in diesen Tagen ist nichts mehr normal, auch nicht, dass die SPD-Fraktion i


Weitere Mitteilungen von Westdeutsche Zeitung


Mitteldeutsche Zeitung: Mitteldeutsche Zeitung zur Documenta ...
Vielmehr steht die Macht der Kuratoren zu subjektiver Auswahl im Spannungsverhältnis zum Anspruch der modernen Kunst auf Autonomie. Die zu verteidigen, war schon im Gründungsmythos der Documenta angelegt und stets aufs Neue hinterfragt und umstritten. Genau das ist es aber, womit die Kunst gene

ACTA-Abkommen: GRÜNE kritisieren halbherzige Distanzierung der Koalitionsfraktionen ...
ndtagsfraktion von BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN kritisiert, dass die Koalitionsfraktionen im Hessischen Landtag sich nicht zu einer deutlichen Ablehnung des ACTA-Abkommen durchringen konnten. Es sei sehr bedauerlich, so der netzpolitische Sprecher der GRÜNEN, Daniel Mack, dass sich die Fraktionen von C

Berliner Zeitung: Kommentar zum bevorstehenden Parteitag der Berliner SPD ...
Berliner Sozialdemokraten zetteln eine Palastrevolte an, nachdem sie eine Wahl gewonnen, einen Koalitionsvertrag beklatscht und Regierungsposten neu verteilt haben. Ohne zu sagen, ob sich inhaltlich etwas ändern soll, wird einer dieser neuen Senatoren massiv beschädigt. Und der Regierende gleic

Frankfurter Rundschau: Kommentar zu Dirk Niebels Teppich-Affäre ...
Den Skandal machen nicht die paar hundert Euro aus, die er an Steuern, Zoll und Transportkosten womöglich sparen wollte. Der Skandal ist die Geisteshaltung, die sich da offenbart. Der weiße Mann kauft im Entwicklungsland günstig fein geknüpfte Teppichware und lässt sie sich von den Dienstb


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z