Neue OZ: Kommentar zu Unfälle / Verkehr / Teststrecke
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Dieser Unfall auf der Papenburger Teststrecke ist eine Tragödie:
weil ein Mensch gestorben ist und weil ein weiterer schwer verletzt
wurde. Dieser Unfall droht aber nun auch für den Standort selbst zur
Tragödie zu werden. Der dritte tödliche Unfall innerhalb von nur zwei
Jahren schreit geradezu nach Konsequenzen. Auch wenn der Betrieb der
Teststrecke in den ersten zwölf Jahren seit Eröffnung keine
Menschenleben gefordert hat.
Aber ein Autokonzern mit Weltruf wie Daimler, der über seine
Tochter MBtech Group an der Teststrecke beteiligt ist, schädigt sein
Image, wenn er tatenlos zusieht, wie dem Rundkurs in Papenburg
zunehmend der Ruf einer Todesstrecke anhaftet. Angesichts der Häufung
schwerer Unfälle muss die Frage erlaubt sein, ob die
Sicherheitsstandards konsequent beachtet werden. Diese Antwort kann
kaum jemand geben, weil der Testbetrieb von der Öffentlichkeit streng
abgeschirmt wird. Die Angst vor den neugierigen Augen der Konkurrenz
ist einfach zu groß.
Der Wettbewerb auf dem Automarkt ist gewaltig. Deshalb mag es
unternehmerisch verständlich sein, dass Daimler und andere Autobauer
den Betrieb ihrer Testautos so geheim halten. Das darf aber nicht auf
Kosten von Menschenleben gehen. Der erneute tödliche Unfall ist ein
Signal dafür, dass die Papenburger Teststrecke mehr öffentliche
Kontrolle braucht. Nur so entsteht der Druck, der notwendig ist, um
Menschenleben zu schützen.
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Datum: 05.07.2012 - 22:00 Uhr
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