Weser-Kurier: Kommentar zur Reform des Verfassungsschutzes

Weser-Kurier: Kommentar zur Reform des Verfassungsschutzes

ID: 683381
(ots) - Hans-Peter Friedrich hat mit seiner ruhigen Art dem
Amt des Innenministers das Sheriff-Image genommen. Im Streit um die
zukünftigen Strukturen des Verfassungsschutzes lässt es der CSU-Mann
aber etwas sehr bedächtig angehen. Zumal, wenn man Friedrich und auch
Verfassungsschutz-Chef Heinz Fromm an ihren eigenen Worten misst.
Gestern skizzierten sie die Sicherheitslage: Radikalislamistische
Gruppen bleiben eine permanente Gefahr. Salafisten haben einen
beängstigenden Zulauf an jungen Anhängern. Gewalttaten in der
linksextremistischen Szene haben zugenommen. Und unter Neonazis gibt
es Sympathien für die NSU-Terrorbande, Nachahmer sind nicht
ausgeschlossen. Jede Menge Arbeit also für die Schlapphüte, so möge
man meinen. Doch stellt sich die Frage, ob die ihre Arbeitszeit immer
sinnstiftend verrichten, wenn sie zum Beispiel 27
Bundestagsabgeordnete der Linken beobachten. Oder die
"Nordkaukasische Separatistenbewegung" beäugen, obwohl nach
Einschätzung des Verfassungsschutzes von deren 500 Anhängern
hierzulande keine Bedrohung ausgeht. Es ist viel dran an der
Forderung, dass sich der Geheimdienst auf seine Kernaufgabe
konzentrieren sollte: Nämlich solche Kräfte zu observieren, die
unsere Sicherheit und Demokratie tatsächlich bedrohen. Die Zwickauer
Zelle hingegen konnte nahezu unbehelligt zehn Jahre lang mordend
durchs Land ziehen. Möglich wurde dies, weil ein Bundesamt und 16
Landesämter dieselben Aufgaben übernehmen, eifersüchtig ihre
Kommunikationsdefizite pflegen und sich manchmal sogar gegenseitig
das Leben schwer machen. Friedrich sieht den Verfassungsschutz als
"Frühwarnsystem" unserer Demokratie. Im Falle der NSU hat dieses
System trotz eines großen Apparates kläglich versagt. Das liegt auch
an der überholten Struktur des Dienstes. Er sollte politisch
motivierte Gewalttaten verhindern - nicht nur zählen.





Pressekontakt:
Weser-Kurier
Produzierender Chefredakteur
Telefon: +49(0)421 3671 3200
chefredaktion@Weser-Kurier.de

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  Weser-Kurier: Kommentar zum Karlsruher Asyl-Urteil Rheinische Post: Loveparade-Anklagen zum Jahrestag?
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 18.07.2012 - 23:03 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 683381
Anzahl Zeichen: 2213

Kontakt-Informationen:
Stadt:

Bremen



Kategorie:

Politik & Gesellschaft



Diese Pressemitteilung wurde bisher 222 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Weser-Kurier: Kommentar zur Reform des Verfassungsschutzes"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Weser-Kurier (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Stiglitz lobt deutsches Sondervermögen ...
Der US-amerikanische Wirtschaftswissenschaftler und Nobelpreisträger Joseph E. Stiglitz hat das deutsche Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaschutz begrüßt: "Die Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum können erheblich sein. Daran besteht kein Zweifel", sagte der Chefökonom d

Banaszak: Grüne wollen Borkum-Abkommen verhindern ...
Der Parteichef der Grünen, Felix Banaszak, sieht sich durch Entscheidung des Bundesrats, keine Stellungnahme zum Gesetzes über ein Unitarisierungsabkommen mit den Niederlanden im Rahmen der geplanten Gasförderung vor Borkum abzugeben, bestätigt: "Ich halte es weiterhin für notwendig, dass

Neue Nato-Vorgaben: Der Vorsitzende des Bundestags-Verteidigungsausschuss, Thomas Röwekamp (CDU), spricht sich für eine allgemeine Dienstpflicht aus ...
Der Vorsitzende des Verteidigungsausschuss des Deutschen Bundestages, der Bremer CDU-Abgeordnete Thomas Röwekamp, spricht sich im "WESER-KURIER" (Bremen) wegen der neuen Nato-Vorgaben zur künftigen Truppenstärke der Bundeswehr für eine allgemeine Dienstpflicht aus. "Aus meiner Si


Weitere Mitteilungen von Weser-Kurier


Badische Neueste Nachrichten: Brüsseler Daumenschrauben ...
Rumänien ist kein vollwertiger Rechtsstaat: Ein anderes Urteil lässt der jüngste Fortschrittsbericht der EU-Kommission nicht zu. Wer die Gewaltenteilung mit Füßen tritt und unliebsame politische Rivalen durch einen sanften Staatsstreich absetzen will, ist ein so "lupenreiner Demokrat&q

Schwäbische Zeitung: Demokratie muss sich wehren - Kommentar ...
Spätestens das Bekanntwerden der NSU-Mordserie zwingt die Verfassungsschützer zum Umdenken: Die größte Gefahr für den Staat lauert nicht zwingend dort, wo jeweils im Vorjahr die meisten Straftaten gezählt wurden. Wer wegen der Statistik nur nach rechts oder nur nach links schaut, verliert

Schwäbische Zeitung: Das Arbeitsverbot muss weg - Leitartikel ...
Da sind auf der einen Seite Menschen, die in einem Asylverfahren stecken oder aus unterschiedlichen Gründen in Deutschland geduldet sind. Sie leben - subjektiv - als Menschen zweiter Klasse, sind von staatlichen Almosen abhängig und zum Nichtstun verdammt, kurz: Außenseiter der Gesellschaft.

Rheinische Post: Schleckers Fall ...
Ein Kommentar von Georg Winters: Auch für Anton Schlecker gelten selbstverständlich die Gesetze des Rechtsstaates: Solange ihm keine Straftat nachgewiesen wurde, ist Schlecker unschuldig. Doch allein die Formulierung "begründeter Anfangsverdacht", der Einsatz von etwa 160 Fahndern


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z