Allg. Zeitung Mainz: Druck / Kommentar zu Organspende
ID: 708017
mit ihrem Tod rechnen, weil es zu wenig Organspender gibt. Das ist
der Hintergrund, der in mehrfacher Hinsicht enormen Druck entfaltet.
Zum einen positiv: Es muss erreicht werden, dass Kontrolle und
Vergabepraxis bei Organtransplantationen - wovon bislang keine Rede
sein kann - über jeden Zweifel erhaben sind, sowohl aus Gründen der
prinzipiellen Gerechtigkeit, nicht zuletzt aber auch, um das Vertauen
potenzieller Spender zu stärken. Gesundheitsminister Bahr versucht
nun in ehrenwerter Weise, neue Strukturen zu schaffen. Schärfere
Kontrollen und notfalls härtere Strafen - gut, wobei sich die Frage
aufdrängt, wieso erst jetzt. Allerdings schwelt da offenbar ein
Konflikt, den man ganz unwissenschaftlich so umschreiben könnte:
Politik und Ärzteschaft trauen sich gegenseitig nicht über den Weg,
wenn es um Aufsichtsgremien geht. Im Ergebnis wird langfristig aber
kein Weg daran vorbeiführen, Nicht-Ärzte intensiver an Kontrollen zu
beteiligen. Das bedeutet kein Misstrauen gegenüber Medizinern, es
geht vielmehr um eine angemessene Aufgaben- und
Verantwortungsverteilung im Rechtsstaat. Das Prinzip "Wir
kontrollieren uns selbst" ist inakzeptabel. Gewaltiger Druck kann
beim höchst sensiblen Thema Organspende allerdings auch auf andere,
überaus problematische Weise entstehen: dergestalt, dass sich
Menschen in der Gesellschaft nachgerade gedrängt sehen, im Todesfall
als Organspender zur Verfügung zu stehen. Die Entscheidung muss aber
eine höchstpersönliche bleiben, die seriös nur auf Basis
unbeeinflusster Informationen getroffen werden kann. Sich diese
Informationen zu beschaffen und nachzudenken - das allerdings kann
man von jedem erwarten.
Pressekontakt:
Allgemeine Zeitung Mainz
Werner Wenzel
Telefon: 06131/485980
desk-zentral@vrm.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 27.08.2012 - 19:37 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 708017
Anzahl Zeichen: 2051
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Mainz
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Diese Pressemitteilung wurde bisher 186 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Allg. Zeitung Mainz: Druck / Kommentar zu Organspende"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Allgemeine Zeitung Mainz (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Der Politikwissenschaftler Prof. Dr. Karl-Rudolf Korte hält einen Austritt der FDP aus der Berliner Ampelkoalition für möglich. "Die Ergebnisse der FDP bei den vergangenen Landtagswahlen befinden sich im kaum noch messbaren Bereich", sagt Korte im neuen Podcast der VRM "Korte &
Es bleibt ein Störgefühl / Kommentar von Jens Kleindienst zum Karlsruher AfD-Urteil ...
Als demokratisch gewählter Vertretung des Volkes kommt dem Bundestag "bei der Gestaltung seiner inneren Organisation und des Geschäftsgangs ein weiter Spielraum zu". So hat es das Bundesverfassungsgericht jetzt bekräftigt - und sich damit selbst große Zurückhaltung auferlegt. Einzige
Wir brauchen eine Vision für unser Land / Kommentar von Dennis Rink zum Zustand Deutschlands ...
Wohin führt unsere Reise? Befindet sich Deutschland wirklich im Sinkflug? Und was bedeutet das für uns? Umfragen bestätigen regelmäßig, dass wir Deutsche uns diese Frage immer häufiger stellen - und dass wir Sorgen haben. Können wir hier noch sicher leben? Bleibt die Demokratie die sattelfest
Weitere Mitteilungen von Allgemeine Zeitung Mainz
Südwest Presse: KOMMENTAR · VERFASSUNGSSCHUTZ ...
Schuss aus der Hüfte Jetzt hat es der Bundesinnenminister auf einmal ganz eilig mit dem Umbau des Verfassungsschutzes. Ob Hans-Peter Friedrich gemerkt hat, dass in einem Jahr gewählt wird und umfassende Reformen wohl kaum in einer Phase hitziger Auseinandersetzungen zwischen Koalition und O
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Verfassungsschutz-Reform ...
Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) holt zum Rundumschlag aus. Der Verfassungsschutz, der seit den Pannen in Zusammenhang mit der braunen Terrorzelle NSU in einer Legitimationskrise steckt, steht vor dem Totalumbau. Schluss mit föderaler Geheimniskrämerei, stattdessen Information üb
NRZ: Schwellenland Europa - ein Kommentar von JAN JESSEN ...
Der Konsumgüter-Gigant Unilever richtet sich darauf ein, dass die Peripherie Europas auf das Wohlstandsniveau von Schwellenländern absinkt. Das muss man erstmal sacken lassen. Einem solchen Konzern geht es nicht um ideologisch aufgeladene Politik, um Gerechtigkeitsfragen oder das Wohl und Wehe
Mitteldeutsche Zeitung: zu Organspende ...
Immerhin werden nun Schwachstellen des Systems ausgebessert. Die Kontrollen und Strafen werden verschärft - künftig inspizieren Sonderkontrolleure unangemeldet die Kliniken; bei der Aufnahme auf die Warteliste wird das Sechs-Augen-Prinzip gelten - kein Arzt soll mehr eigenmächtig handeln kÃ




