Bündnisgrüne Fraktion fordert Landesinformationsstelle für Bergbauvorhaben in Brandenburg
ID: 942031
Bündnisgrüne Fraktion fordert Landesinformationsstelle für Bergbauvorhaben in Brandenburg
Mit einer Landesinformationsstelle Bergbau möchte die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Brandenburger Landtag den Bürgerinnen und Bürgern einen deutlich besseren Zugang zu Informationen über geplante Bergbauvorhaben, sowie über laufende und abgeschlossene Bergbauunternehmungen verschaffen. Mit dem neuen Informationsangebot soll die Transparenz bei geplanten Vorhaben und die Zugänglichkeit zu wichtigen Daten in Streitfällen über Bergschäden verbessert werden.
Die Informationen sollen in einer Behörde und auf einer Onlineplattform zur Verfügung gestellt werden. Diese Forderungen stellt die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in einem Entschließungsantrag, der auf der nächsten Plenarsitzung anlässlich der Debatte über die von Fraktion initiierte Große Anfrage zum Thema Bergschäden behandelt wird. In dem Antrag wird die Landesregierung aufgefordert, ein Konzept für die zu gründende Landesinformationsstelle Bergbau zu erarbeiten.
Zur Verfügung gestellt werden sollen sowohl alle den Bergbau betreffende umweltbezogene Informationen, sämtliche Daten des Markscheidewesens als auch für die Beurteilung von Bergschäden an privaten und öffentlichen Sachwerten relevante Daten und Informationen. Frei zugänglich zu machen sind u.a. Daten, die Bergbaubetreiber den Behörden zur Verfügung stellen. Des Weiteren soll veröffentlicht werden, welche Gebühren, Rücklagen und Kompensationen dem Betreiber für die Nutzung der natürlichen Ressourcen und der Infrastruktur des Landes auferlegt bzw. in Rechnung gestellt werden. Auch beantragte und erteilte Erkundungslizenzen oder -genehmigungen sind dort vollständig zu veröffentlichen.
Für die Daten zur Luft- und Wasserreinhaltung ist sicherzustellen, dass, im Sinne einer transparenten Datenerhebung, neben den Messungen an mobilen Standorten, einerseits auch der jeweilige Standort veröffentlicht wird und andererseits immer auch vergleichende Messungen durch das zuständige Landesumweltamt erfolgen. So soll z.B. die Belastung der Luft durch Staub, Feinstaub und die Staubzusammensetzung in der Umgebung der aktiven Braunkohletagebaue, direkt am Tagebaurand auch jeweils von mindestens einer stationären Station unter Aufsicht des MUGV erfasst werden.
"Bergbauvorhaben beeinträchtigen Boden, Luft und Wasser, die Lebensgrundlagen der Menschen. Wir wollen, dass sich vom Bergbau oder von geplanten Projekten betroffene Bürger jederzeit an einer unabhängigen Stelle über den Zustand dieser Lebensgrundlagen beziehungsweise zu erwartende Auswirkungen erkundigen können", sagte der Vorsitzende der Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN AXEL VOGEL Dazu sei es notwendig, dass alle Bergbauvorhaben durch ausreichende und unabhängige Messungen begleitet und die Daten leicht zugänglich gemacht werden. "Das ist derzeit nicht der Fall, wie dies aus der Antwort auf unsere Große Anfrage hervorgeht."
Die Große Anfrage der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zu Bergschäden in der Lausitz hatte ergeben, dass "den Bergbauunternehmen und der Bergverwaltung alle für die Gewinnung der Braunkohle relevanten Störungen der Kohle- und Deckgebirgsgeologie bekannt sind", die vom Bergbau Betroffenen aber trotzdem große Mühe haben, diese Information im Schadensfall zu bekommen. Von den 80 bis 150 jährlich gemeldeten Bergschäden an privatem Eigentum werden durch den Energiekonzern Vattenfall im Durchschnitt nur 51% anerkannt.
"Die Anwohner der Tagebaue sind in einer sehr belastenden Situation. Kommt es zu einem Bergschaden an ihrem Gebäude, müssen sie Vattenfall nachweisen, dass der Schaden durch den Tagebau entstanden ist. Das ist ein Kampf wie David gegen Goliath. Auch wenn Vattenfall bei der Hälfte der Fälle angeblich eine unbürokratische Regulierung ermöglicht, bleibt der Verursacher in vielen Schadensfällen unklar", sagte AXEL VOGEL.
Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN fordert zudem seit langem eine im Bundesberggesetz verankerte Beweislastumkehr, bei der das Unternehmen dem Geschädigten nachweisen muss, dass der Schaden nicht auf den Bergbau zurückzuführen ist. Darüber hinaus könnte auch die Einrichtung einer Schiedsstelle die Geschädigten bei der Durchsetzung ihrer Schadensersatzansprüche gegenüber dem Bergbauunternehmen unterstützen. "Die Landesinformationsstelle Bergbau ist ein weiterer, wichtiger Baustein für einen neuen Umgang des Landes mit seinen Bürgern bei Bergbauvorhaben", sagte AXEL VOGEL
Zuständig wäre die Landesinformationsstelle für Bergbauvorhaben nicht nur für Braunkohletagebaue, sondern auch für Vorhaben zur Erschließung anderer Rohstoffe. Die Auseinandersetzungen um Fracking, CCS, die Hinterlassenschaften des DDR-Bergbaus oder die Belastung der Spree mit Rückständen aus dem Bergbau zeigen, dass ein großer Bedarf besteht, über Bergbauvorhaben und deren Folgen lückenlos informiert zu werden.
Pressekontakt:
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Fraktion im Brandenburger Landtag
Am Havelblick 8, 14473 Potsdam
Pressestelle
Tel.: 0331 966 1722
Fax.: 0331 9661702
frauke.zelt@gruene-fraktion.brandenburg.de
www.gruene-fraktion.brandenburg.de
PresseKontakt / Agentur:
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Fraktion im Brandenburger Landtag
Am Havelblick 8, 14473 Potsdam
Pressestelle
Tel.: 0331 966 1722
Fax.: 0331 9661702
frauke.zelt(at)gruene-fraktion.brandenburg.de
www.gruene-fraktion.brandenburg.de
Datum: 10.09.2013 - 14:21 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 942031
Anzahl Zeichen: 5529
pressrelations.de – ihr Partner für die Veröffentlichung von Pressemitteilungen und Presseterminen, Medienbeobachtung und Medienresonanzanalysen
Diese Pressemitteilung wurde bisher 354 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Bündnisgrüne Fraktion fordert Landesinformationsstelle für Bergbauvorhaben in Brandenburg"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Grüne Fraktion Landtag Brandenburg (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Zum Welttag der Feuchtgebiete am Sonntag, dem 2.2.14, sagt MICHAEL JUNGCLAUS, umweltpolitischer Sprecher der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: "Unsere Moore haben ihre wichtigen ökologischen Funktionen als Lebensraum für seltene Tiere und Pflanzen und als CO2-Speicher weitgehend verloren.
Verwendung der EFRE-Mittel zu bürokratisch, nicht effektiv genug und ohne ausreichende regionale Verankerung ...
Nach den heutigen Ausführungen des Wirtschaftsministeriums, wie viele Mittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) Brandenburg in der neuen Förderperiode bekommt und welche Projekte unterstützt werden, hat der Fraktionsvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, AXEL VOGEL,
Christoffers muss neue Ungereimtheiten im Fall HBS lückenlos aufklären ...
Zu Medienberichten über neue Ungereimtheiten im Fall der Fördermittelvergabe an das Luckenwalder Unternehmen Human Biosciences nimmt der Vorsitzende der Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, AXEL VOGEL, wie folgt Stellung: "Man gewinnt zunehmend den Eindruck, dass die Kontrollinstanzen der
Weitere Mitteilungen von Grüne Fraktion Landtag Brandenburg
Forschung zur Gewinnung von Seltenen Erden gestartet ...
Sicherung strategischer Ressourcen durch gezielte Forschungsförderung / Wanka: "Forschung soll Deutschland unabhängiger von Rohstoffimporten machen" Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat das Forschungsförderprogramm "r4 - Innovative Technologien für Res
Preise rund um das Auto seit der letzten IAA um 1,8 % gestiegen ...
WIESBADEN - Seit der letzten Internationalen Automobil Ausstellung (IAA) im September 2011 haben sich die Preise rund um das Automobil um durchschnittlich 1,8 % erhöht. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anlässlich der am 12. September 2013 beginnenden 65. IAA mitteilt, war der Preisansti
Zweite 'Debatte' im ZDF / These: Wir haben die moralische Pflicht, in Syrien militärisch einzugreifen ...
Argumentieren, überzeugen, abstimmen: Nach britischem Vorbild veranstaltet das ZDF am Donnerstag, 12. September 2013, 22.15 Uhr, die zweite Live-"Debatte" mit Theo Koll. Die These: Wir haben die moralische Pflicht, in Syrien militärisch einzugreifen. Das Besondere an diesem Format:
NABU: Merkel muss Blockadehaltung bei Pkw-Verbrauchsvorgaben aufgeben ...
Miller: Elektroautos dürfen kein Freifahrtschein für Spritschlucker sein Berlin - Anlässlich der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt/Main hat der NABU Bundeskanzlerin Angela Merkel und die deutschen Autohersteller BMW und Daimler aufgefordert, ihre Blockadehaltung gegen sch
Sinnliche Klarheit als Ausdruck modernen Luxus ...
Concept S-Class Coupé: Ausblick auf das neue Spitzenmodell Stuttgart/Frankfurt. An der Spitze des Modellprogramms von Mercedes-Benz steht traditionell das große Coupé. Mit dem Concept S-Class Coupé gibt das Unternehmen auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt einen




