WAZ: Union riskiert ihre Glaubwürdigkeit
- Kommentar von Ulrich Reitz
ID: 955842
einer Großen Koalition. Wie sieht das auf der anderen Seite aus, bei
der Union? Inzwischen ist der Eindruck entstanden, der Union ist
egal, was sie so regiert, Hauptsache, sie regiert. Das ist aber nicht
so und die Annahme allein beleidigt auch die Intelligenz jener gut 41
Prozent von Unionswählern. Die Union hat in ihrem, nett gesagt:
unterphilosophierten Wahlkampf nur zwei Versprechen abgegeben.
Erstens: Mutti. Zweitens: keine höheren Steuern. Das erste
Versprechen hat mit dem zweiten zu tun, denn Angela Merkel hat ihr
Steuerversprechen schließlich begründet. Höhere Steuern seien gar
nicht nötig, denn noch nie in der Geschichte seien die
Steuereinnahmen so hoch gewesen wie gerade jetzt und auch in den
nächsten drei Jahren. Weshalb also Bürgern und Firmen noch mehr
nehmen, wo sie doch freiwillig schon so viel geben? Der zweite
Merkel-Grund gegen höhere Steuern war noch wichtiger. Wer denen, die
die Arbeitsplätze schaffen, und das tun nun einmal kaum
Geringverdiener, sondern Mittelständler, die Steuern weiter erhöht,
riskiert, dass sie weniger Arbeitsplätze schaffen.
Wenn das alles aus Sicht der Union vor der Wahl richtig war,
weshalb sollte es nach der Wahl plötzlich falsch sein? Wie wollte die
Union ein Umfallen in dieser Frage ihren Wählern gegenüber begründen,
außer mit dem Wunsch der SPD, die die Steuern einst senkte, nach
höheren Steuern? Was wäre aber dann von dem Argument zu halten, es
dürfe bei Koalitionsverhandlungen ausschließlich um Deutschlands
Zukunft gehen, nicht aber um das Wohl von Parteien?
Wer glaubt, die Union habe, als eine Art automatische
Regierungspartei, ohnehin nichts zu verlieren, ist auf dem Holzweg.
Es ist ja kein Zufall, dass es seit der Wahl eine Partei rechts von
der Union gibt, was CDU/CSU stets als größter anzunehmender Unfall
galt (Und die AfD ist mehr als eine Anti-Euro-Partei). So, wie die
SPD am Ende anstreben muss, irgendwann mal wieder auf 35 Prozent der
Stimmen zu kommen, was man als bloßer Betriebsrat der Nation kaum
hinbekommt, muss die Union dafür sorgen, dass sie keine Gründe
liefert, rechts von ihr zu wählen.
Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 - 804 6519
zentralredaktion@waz.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 02.10.2013 - 19:15 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 955842
Anzahl Zeichen: 2573
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Essen
Kategorie:
Innenpolitik
Diese Pressemitteilung wurde bisher 253 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"WAZ: Union riskiert ihre Glaubwürdigkeit
- Kommentar von Ulrich Reitz"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Westdeutsche Allgemeine Zeitung (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Der NRW-Landesbeauftragte des Deutschen Roten Kreuzes für den Bevölkerungsschutz warnt davor, dass weite Teile der Bevölkerung trotz der ernsten Sicherheitslage nicht auf Krieg und andere große Krisen vorbereitet seien. Er rät dazu, neben den Erwachsenen auch Kinder und Jugendliche auf den Erns
WAZ: Lehrerverband-Präsident Düll: "Social-Media-Verbot passt nicht zum Wählen ab 16" ...
Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Stefan Düll, kritisiert Forderungen in der EU und in Deutschland, den Konsum von Social Media für Jugendliche einzuschränken. Anlass ist ein Votum des NRW-Landtages, das Wahlalter bei Landtagswahlen auf 16 abzusenken. "Das Wahlalter wird auf 16
WAZ: NRW-Gleichstellungsministerin Paul (Grüne) warnt vor Sexkaufverbot ...
NRW-Gleichstellungsministerin Josefine Paul (Grüne) ist gegen ein Sexkaufverbot. "Sexarbeit ist kein Beruf wie jeder andere und Prostituierte bedürfen eines besonderen Schutzes. Ein Verbot der Sexarbeit bedeutet nicht automatisch mehr Schutz, sondern das Abdrängen in ein nur schwer zu kontro
Weitere Mitteilungen von Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Bartsch (Linke): SPD lässt sich von CDU/CSU vorführen ...
Dietmar Bartsch, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Linken, hat die Ablehnung der SPD gegen eine mögliche Rot-Rot-Grünen Regierung kritisiert. "Die Linke hat sich in der Vergangenheit als zuverlässig erwiesen. Die SPD lässt sich hier von der CDU/CSU erfolgreich vorführen. Es i
Neue OZ: Neue OZ - Gespräch mit dem CDU-Politiker Oswald Metzger ...
Ex-Grüner Metzger hält Partei nicht für koalitionsfähig mit Union "Grüne sitzen in programmatischer Falle" - "Zusammenarbeit in Hessen als strategische Option möglich" Osnabrück. - Der ehemalige Grünen- und jetzige CDU-Politiker Oswald Metzger schätzt eine Zus
LVZ: Zastrow: SPD, Grüne und Linke "sind für mich als Liberaler alles Sozialisten" und nicht koalitionsfähig / Sachsen-Wahl muss FDP-Wiederaufbau einleiten ...
Der stellvertretende FDP-Bundesvorsitzende Holger Zastrow sieht für sich als liberalen Menschen "nur die Union als einzig denkbaren Koalitionspartner, da Sozialdemokraten, Grüne und Kommunisten allesamt Sozialisten sind". Im Gespräch mit der "Leipziger Volkszeitung" (Mittw
Neue OZ: Kommentar zu Koalition ...
Vorteile für beide Warum nicht eine schwarz-grüne Koalition? Das Lieblingsbündnis der Wähler wäre es nach den Umfragen zwar nicht, und auch inhaltlich trennt CDU/CSU und Grüne viel. Bei den Themen Arbeit, Steuern, Energie, Ausländer und Verkehr liegen sie weit auseinander. Beide Frakti




