WAZ: Eigene Welt mit eigenen Regeln
- Kommentar von Matthias Korfmann
ID: 956845
Menschen (besser gesagt: junger Männer), sich in Parallelwelten zu
verabschieden. In Welten mit eigenen Regeln und einem kruden
Ehrbegriff, der vermeintlich alle Taten und Untaten rechtfertigt. Ob
es nun Rocker sind oder religiöse Fundamentalisten oder "nur" profane
Fußball-Schlägertypen - sie alle machen ihr eigenes Ding und wollen
mit den anderen - Gesellschaft, Polizei, Schule, Autoritäten - nichts
zu tun haben. Das ist so, weil sie sich abgehängt fühlen (und viele
von ihnen sind das tatsächlich). Und weil sie auf der Suche nach
einer Ersatzfamilie sind, die ihnen geben kann, was die echte Familie
und das Umfeld ihnen vorenthalten: Schutz, Anerkennung und -
wichtigste Vokabel in diesen Kreisen - Respekt. Polizei und
Rechtsstaat kommen dagegen nicht an. Sie schaffen es nicht einmal, in
diese Gruppen hineinzuschauen. Die einzige Chance, dem Treiben ein
Ende zu machen, ist, möglichst wenige Jugendliche abzuhängen.
Möglichst jeden zu einem Schulabschluss oder in eine Ausbildung zu
führen. Wie heißt es so schön? "Wir wollen kein Kind zurücklassen."
Aber machen wir uns nichts vor: Nicht jeder wird die Hand ergreifen,
die man ihm hinhält.
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Datum: 06.10.2013 - 18:46 Uhr
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