WAZ: Auf die SPD ist einstweilen Verlass. Kommentar von Ulrich Reitz

WAZ: Auf die SPD ist einstweilen Verlass. Kommentar von Ulrich Reitz

ID: 965476
(ots) - Man konnte sich Sigmar Gabriel schon als Fußnote der
Geschichte vorstellen. Vor vier Wochen war das, am Tag der
Bundestagswahl, als der Machtkampf begann zwischen ihm und Hannelore
Kraft. Der SPD-Chef drängte von Wahlsonntag Nachmittag an in eine
schnelle Koalition mit Wahlsiegerin Merkel, die NRW-Kümmerin hätte,
die eigenen Interessen und die ihrer Landespartei fest im Blick, die
Bundes-SPD am liebsten in der Opposition gesehen. Heute muss man
feststellen: Gabriel hat gewonnen. Auf Macht versteht er sich.
Gereicht hat es für die Funktionäre. Ob es auch für die Mitglieder
reicht - offen. Nun also Richtung Große Koalition. Es wird ein
Bündnis zweier Wohlfühlparteien, die lieber Milliarden fürs Soziale
ausgeben als beispielsweise Schulden abzubauen. Weil auch die Union,
trotz aller gegenteiligen Beteuerungen, so tickt, brauchte Gabriel
wenig wirklich durchzusetzen. Die SPD-Funktionäre winkten gestern
durch, was Gabriel zuvor mit Merkel und Bayerns Seehofer abgestimmt
hatte. Diese Große Koalition der Verteiler passt in die Zeit.
Deutschland geht es gut, die Arbeitslosigkeit ist so tief wie lange
nicht, die Steuer-Einnahmen sind auf einem Rekordhoch. Von Mütter-
bis höherer Mindestrente, von mehr Geld für Bildung und Straßen - für
sich genommen ist das alles nachvollziehbar. Es ist nur eben teuer,
am Ende werden wohl mehr als 20 Milliarden Euro pro Jahr zusammen
kommen. Als Schröders Agenda verabschiedet wurde, war Deutschland so
gut wie pleite und fünf Millionen Menschen waren arbeitslos. Es war
die Zeit der Zumutungen. Heute ist die Zeit der Geschenke. Darin
liegt aber auch die Gefahr, es mit dem Geldausgeben zu übertreiben.
Dass Deutschland so gut dasteht, verdanken wir eben auch Schröders
unbequemen Reformen. Wenn Merkel das zurück dreht, wettet sie auf die
gute Konjunktur. Das kann gut gehen, muss es aber nicht. Und manches,


was sozial daher kommt, wie der hohe Mindestlohn, ist es am Ende
vielleicht nicht. Man gönnt jedem Geringverdiener eine Lohnerhöhung.
Wie viele Jobs das kostet, weiß aber niemand.



Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 - 804 6519
zentralredaktion@waz.de

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  Kieler Nachrichten: Kieler Steuerdeal: Augenarzt Uthoff wehrt sich Westfalenpost: SPD-Konvent
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 20.10.2013 - 19:20 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 965476
Anzahl Zeichen: 2421

Kontakt-Informationen:
Stadt:

Essen



Kategorie:

Innenpolitik



Diese Pressemitteilung wurde bisher 238 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"WAZ: Auf die SPD ist einstweilen Verlass. Kommentar von Ulrich Reitz"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Westdeutsche Allgemeine Zeitung (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Experte des Roten Kreuzes rät: "Alle Kita- und Schulkinder in NRW müssten Selbstschutz lernen" ...
Der NRW-Landesbeauftragte des Deutschen Roten Kreuzes für den Bevölkerungsschutz warnt davor, dass weite Teile der Bevölkerung trotz der ernsten Sicherheitslage nicht auf Krieg und andere große Krisen vorbereitet seien. Er rät dazu, neben den Erwachsenen auch Kinder und Jugendliche auf den Erns

WAZ: Lehrerverband-Präsident Düll: "Social-Media-Verbot passt nicht zum Wählen ab 16" ...
Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Stefan Düll, kritisiert Forderungen in der EU und in Deutschland, den Konsum von Social Media für Jugendliche einzuschränken. Anlass ist ein Votum des NRW-Landtages, das Wahlalter bei Landtagswahlen auf 16 abzusenken. "Das Wahlalter wird auf 16

WAZ: NRW-Gleichstellungsministerin Paul (Grüne) warnt vor Sexkaufverbot ...
NRW-Gleichstellungsministerin Josefine Paul (Grüne) ist gegen ein Sexkaufverbot. "Sexarbeit ist kein Beruf wie jeder andere und Prostituierte bedürfen eines besonderen Schutzes. Ein Verbot der Sexarbeit bedeutet nicht automatisch mehr Schutz, sondern das Abdrängen in ein nur schwer zu kontro


Weitere Mitteilungen von Westdeutsche Allgemeine Zeitung


Kieler Nachrichten: Kieler Steuerdeal: Augenarzt Uthoff wehrt sich ...
Acht Wochen nach Bekanntwerden des umstrittenen Kieler Steuer-Deals hat sich der Augenarzt Prof. Detlef Uthoff erstmals öffentlich gegen Kritik gewehrt. "Ich bin kein Steuersünder", sagte der 71-Jährige in einem Exklusiv-Interview mit den "Kieler Nachrichten" (Montagsausga

neues deutschland: Rot-Grün, aber anders - Kommentar zum Verhältnis von Linkspartei und Grünen ...
Einerseits hat Katrin Göring-Eckardt damit recht, dass wahre Oppositionsführerschaft nicht davon abhängt, »wer am lautesten schreit oder wie ein Klabautermann durchs Plenum hüpft«. Andererseits zeigt die Fraktionschefin der Grünen damit, wie sehr die Ökopartei in einer alten Konfliktlogik

Lausitzer Rundschau: Grüne wählen neue Führung: Abschied ohne Aufbruch ...
Der Seelenzustand der Grünen erinnert ein bisschen an die Gefühlslage vieler DDR-Bürger in der Wendezeit von 1989: Das fehlerhafte Vertraute ist weg, und die Zukunft bleibt ungewiss. Auf ihrem Parteitag in Berlin haben sich die Grünen lange mit Trauerarbeit über die Wahlniederlage und ihr sc

Lausitzer Rundschau: Die SPD auf dem Weg in die Große Koalition: Aufgeblasene Backen ...
Der Geist von Gerhard Schröder scheint durch das Willy-Brandt-Haus zu wehen. So selbstbewusst, oder besser: so selbst überschätzend positioniert sich die Sozialdemokratie derzeit für die am Sonntagnachmittag beschlossenen Koalitionsverhandlungen mit der Union. Wie Schröder bei seinem legend


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z