Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Abhöraffäre
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nichts gewusst.« Glaubt man den Informationen, die aus dem Kanzleramt
gestreut wurden, dann hat sich US-Präsident Barack Obama vergangene
Woche in seinem denkwürdigen Telefongespräch mit der Kanzlerin über
ihre Ausforschung durch die US-Geheimdienste als unwissendes
Unschuldslamm dargestellt. Alles nur gelogen? Danach sieht es nun
aus. Merkel und ihr Amtsvorgänger Gerhard Schröder wurden ganz
offensichtlich systematisch ausgespäht - so, wie eine ganze Reihe von
Spitzenpolitikern weltweit. Staatsbesuche sollte sich Obama vorerst
verkneifen. Kaum ein Regierungschef wird ihm derzeit die Hand geben
wollen. Angela Merkel hat es deutlich formuliert: Vertrauen muss erst
wieder aufgebaut werden. Falls das überhaupt möglich ist. Das
bedeutet nicht weniger als das Ende der deutsch-amerikanischen
Freundschaft. Geschäfte wird man weiter miteinander machen,
weltpolitisch zusammenarbeiten, wo es ein gemeinsames Interesse gibt.
Kühl, sachlich und mit dem gebotenen Misstrauen. Also genau so, wie
es die USA schon immer tun.
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Andreas Kolesch
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Datum: 27.10.2013 - 20:30 Uhr
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