WAZ: Für Wulff geht es um die Ehre. Kommentar von Miguel Sanches
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Fall Wulff wäre es keine anrüchige oder schlechte Nachricht, sondern
fair. Die Zeugen haben den Ex-Präsidenten Christian Wulff eher
entlastet. Der Vorwurf der Vorteilsannahme im Amt ist kaum belegt,
die "Schuld" minimal, fast ein Bagatelldelikt, an dessen Verfolgung
kein öffentliches Interesse besteht. Verständlich, dass der Richter
den Prozess einstellen möchte. Aber das ist weltfremd. Sowohl Wulff
als auch die Staatsanwälte haben vor langer Zeit einen Punkt
überschritten, von dem es jetzt kein Zurück mehr gibt. Für Wulff geht
es um die Ehre. Da verbietet sich jeder Mittelweg. Er will keine
Geldbuße für einen noch so sozialen Zweck bezahlen. Er will einen
Freispruch. Die Staatsanwälte haben einen zu großen Aufwand
betrieben. Und sie wollen sich nicht eingestehen, dass sie mehr dem
Jagdfieber als der Vernunft folgten. Im Kino würden sie jetzt den
entscheidenden, überraschenden Zeugen aufrufen. Aber der
Korruptionsprozess gegen Wulff ist kein Kino, auch wenn sich der
Angeklagte seit Monaten wie im falschen Film vorkommen mag. Einen
Freispruch wird es für ihn geben, aber "Happy End" darf man es nicht
nennen.
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Datum: 19.12.2013 - 19:38 Uhr
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