RNZ: Zerstört - Kommentar zum Fall Petra Hinz
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Politik: Der Wähler vertraut dem oder der Gewählten ein Amt an. Er
vertraut darauf, gut vertreten zu werden. Nach vier oder fünf Jahren
wird dann darüber abgestimmt, ob das Vertrauen erfüllt wurde. Petra
Hinz muss sich vorwerfen lassen, dass sie dieses Verhältnis auf einer
Lüge aufbaute. Und damit ist es zerstört. An einem baldigen Rücktritt
führt kein Weg vorbei. Auch wenn Hinz elf Jahre lang durchaus
aufopferungsvoll ihrer Aufgabe nachkam. Sie hat sich ja nicht
tatenlos Diäten erschlichen, wie mancher ihr vorwirft, oder sich wie
falsche Mediziner oder andere Hochstapler in eine Position
hineingeschwindelt, die ihr nicht zugestanden hätte. Die Essener
waren offenkundig zufrieden: 2009 haben sie Hinz direkt
wiedergewählt, 2013 gab ihr die Partei immerhin einen sicheren
Listenplatz. Und hier trifft Hinz' Kritik an den eigenen Genossen
einen wunden Punkt. Wie schnell sie fallengelassen wird, hat auch
damit zu tun, dass die heimische SPD von eigenen Fehlern ablenken
will: Dass sie nämlich bei der Auswahl der Kandidatin entweder nicht
richtig hingesehen hat oder Dinge nicht sehen wollte. Was nichts
daran ändert, dass Hinz mit ihrer Gegenoffensive sich immer tiefer
hineinreitet: Rücktritt erst nach Genesung, aber anklagende
Interviews noch aus der Klinik heraus?
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Rhein-Neckar-Zeitung
Dr. Klaus Welzel
Telefon: +49 (06221) 519-5011
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Datum: 10.08.2016 - 20:10 Uhr
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