WAZ: Für Merkel wird es ungemütlich
- Kommentar von Andreas Tyrock zur Landtagswahl
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Mecklenburg-Vorpommern wird es für Kanzlerin Angela Merkel noch
ungemütlicher. Das desaströse CDU-Abschneiden und die hohe Zustimmung
für die AfD werden insbesondere aus der eigenen Partei den Druck auf
die CDU-Vorsitzende massiv erhöhen. In den vergangenen Jahren folgte
man Angela Merkel ohne größeres Murren, weil sie Wahlsiege und damit
Macht und Mandate sicherte. Diese Zeiten sind wegen der
Flüchtlingspolitik vorerst vorbei.
Das zeigte auch die gestrige Wahl. Es ging nicht um die schlechte
Wirtschaftslage, die Arbeitslosigkeit oder um Perspektiven für das
nördliche Bundesland. Vielmehr stehen die Zeichen bundesweit auf
Protest. Die AfD wird mit ihrem politischen Personal und ihrem
Programm zwar kein einziges wichtiges Problem in Deutschland lösen,
das ist derzeit aber nicht relevant. Es ist ihr gelungen,
Aufmerksamkeit zu bekommen, Ängste zu schüren, Emotionen zu bedienen,
die in ganz Deutschland, vor allem aber in Ostdeutschland latent
vorhanden sind.
In Mecklenburg-Vorpommern liegt der Anteil der Flüchtlinge an der
Bevölkerung bei rund anderthalb Prozent, sie sind im Alltag quasi
nicht präsent. Dennoch fühlen sich zu viele Menschen abgehängt,
allein gelassen, nicht ernst genommen. Das mag nicht immer rational
oder gerecht sein, bereitet aber das Feld für extreme Parteien.
Politik braucht Vertrauen. Darum müssen die etablierten Parteien und
insbesondere Angela Merkel in den nächsten Monaten ringen. CDU und
CSU jedenfalls werden dieser Entwicklung nicht mehr lange zusehen.
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Datum: 04.09.2016 - 18:23 Uhr
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