Stuttgarter Zeitung: SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil rechtfertigt Wende an der Parteispitze: "Andrea Nahles ist das neue Zentrum"
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Aufschluss über die Hintergründe des Wechseltheaters in der
Parteiführung und verteidigt die Entscheidung für Andrea Nahles als
künftige Vorsitzende. "Die SPD braucht ein starkes Zentrum -
jemanden, der den Weg klar definiert", sagte er im Interview von
Stuttgarter Zeitung und Stuttgarter Nachrichten (Donnerstag). "Wenn
Martin Schulz Vorsitzender geblieben wäre, ohne in die Regierung zu
gehen, dann hätten wir außerdem Andrea Nahles als
Fraktionsvorsitzende gehabt, einen Vizekanzler und starke
Ministerpräsidenten - also eine Konstellation mit vielen
Machtzentren." Die Parteiführung sei sich einig gewesen, "dass wir
eine Bündelung brauchen", so Klingbeil. "Andrea Nahles wird das
starke Zentrum der SPD sein."
Martin Schulz habe Außenminister werden wollen, "weil er ein
Europa-Kapitel im Koalitionsvertrag verhandelt hat, das er als
leidenschaftlicher Europäer in die Praxis umsetzen wollte". Doch habe
die Führung danach sehr viel Skepsis aus der Partei erlebt. Das habe
Schulz aufgenommen und seine Konsequenzen daraus gezogen. Man habe
nach seinem Rücktritt "sehr zügig die Handlungsfähigkeit
wiederhergestellt". Zudem geht Klingbeil von einer Mehrheit beim
Mitgliedervotum über den Koalitionsvertrag aus. "Daher ist meine
Prognose, dass wir nun mehr Stabilität bekommen", sagte er.
Die Forderung von Teilen der Partei nach einer Urwahl des oder der
künftigen Vorsitzenden wies der Generalsekretär zurück. "Wir werden
bis zum Bundesparteitag im Dezember prüfen, ob wir so was in Zukunft
machen wollen", sagte er. Dass es auf dem Sonderparteitag am 22.
April auch andere Kandidaturen als die von Andrea Nahles geben werde,
"zeigt doch, dass der Prozess völlig demokratisch ist".
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Datum: 15.02.2018 - 05:00 Uhr
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