Rheinische Post: Kommentar: Ein hoher Preis für Maaßens Abgang

Rheinische Post: Kommentar: Ein hoher Preis für Maaßens Abgang

ID: 1651060
(ots) - Die Kuh ist vom Eis. Eine gute Lösung ist die
Einigung von Union und SPD im Fall Maaßen aber nicht. Der umstrittene
Verfassungsschutzpräsident muss zwar seinen Posten räumen, formal
aber wird er befördert. Da sind neue Konflikte programmiert. Die
Koalition wird weiter von einer Krise zur nächsten taumeln. Die
Koalitionspartner haben es zwar dieses Mal nicht so weit kommen
lassen wie im Juni, als die Regierungskrise shakespearesche Ausmaße
annahm. Doch auch der Fall Maaßen besaß genug Sprengkraft, dass die
Regierung darüber hätte platzen können. Für die SPD war die Ablösung
des Verfassungsschutzpräsidenten mehr als eine inhaltliche Forderung.
Am Ende war sie auch eine Frage der Selbstachtung. Daher waren die
Sozialdemokraten bereit, einen so hohen Preis zu zahlen.
Innenminister Horst Seehofer wiederum schätzt den merkelkritischen
Chef des Sicherheitsdienstes auch als Stachel im Fleisch der
Kanzlerin. Mit dieser Lösung wird die Koalition nicht zur Ruhe
kommen. Solange Merkel und Seehofer in einem Kabinett arbeiten, wird
ohnehin geräuschloses Regieren nicht mehr möglich sein. Bei Seehofer
sitzt der Groll gegen die Kanzlerin so tief, dass er jede weitere
Gelegenheit zur Konfrontation nutzen wird. Früher konnte Merkel die
eine oder andere Attacke der CSU an sich abperlen lassen. Sie hatte
einst die Souveränität und die Nerven dazu. Die Auseinandersetzungen
haben aber eine Härte erreicht, die Merkel nicht mehr ignorieren
kann. Zumal auch ihre Autorität bröckelt und ihr das Ignorieren von
Anwürfen als Schwäche ausgelegt wird. In dieser Dauerfehde nehmen
beide, Merkel und Seehofer, Schaden. Nicht nur sie: Die gesamte
Regierung, das Ansehen der Politik und die Stabilität des Landes
stehen auf dem Spiel. Diese Regierung gerät zu oft und zu
existenziell in den Krisenmodus. Die so aggressiv geführte Debatte um


die Migration überlagert alles andere. Bei den Bürgern kommt nicht
mehr an, dass diese Regierung auch solide Gesetze zur Lösung
konkreter Probleme zum Beispiel für Pflege und Wohnungsbau macht. Das
ist eine gefährliche Entwicklung. Ob diese Regierung noch bis 2021
zusammenhalten kann, wird sich nach den Wahlen in Bayern entscheiden.
Sollte sich Seehofer im Zuge eines zu erwartenden schlechten
Wahlergebnisses der CSU aus seinen Ämtern als Parteichef und
Innenminister zurückziehen, ist in Berlin ein Neustart möglich.
Bleibt er Innenminister, bleibt auch der Keim der Zwietracht in der
Berliner Regierungskoalition erhalten. Damit hinge das
Regierungsbündnis der viertgrößten Wirtschaftsmacht der Erde
dauerhaft am seidenen Faden.

www.rp-online.de



Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

Original-Content von: Rheinische Post, übermittelt durch news aktuell
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  Stuttgarter Nachrichten: Kommentar zu entmilitarisierten Zone in Idlib Rheinische Post: Kommentar: Absprachen beim Auto
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 18.09.2018 - 21:03 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1651060
Anzahl Zeichen: 3079

Kontakt-Informationen:
Stadt:

Düsseldorf



Kategorie:

Politik & Gesellschaft



Diese Pressemitteilung wurde bisher 448 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Rheinische Post: Kommentar: Ein hoher Preis für Maaßens Abgang"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Rheinische Post (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Gladbachs Neuhaus mag keine Kroos-Schweinsteiger-Vergleiche ...
Neu-Nationalspieler Florian Neuhaus mag keine Vergleiche mit Toni Kroos und Ex-Nationalspieler Bastian Schweinsteiger. "Beide sind große Spieler, die eine Ära des deutschen Fußballs geprägt haben. Natürlich ist es faszinierend, wie Kroos die Kontrolle über ein Spiel hat, und alles, was er

Ex-Nationalspieler Uwe Rahn an Darmkrebs erkrankt ...
Der frühere Nationalspieler und Torschützenkönig der Fußball-Bundesliga, Uwe Rahn, ist an Darmkrebs erkrankt. Das sagte der 58-Jährige im Interview mit der Düsseldorfer "Rheinischen Post" (Dienstag). "Die Diagnose war für mich natürlich ein Schock. Da der Krebs fortgeschritten

NRW-Oppositionsführer Kutschaty fordert Ende von Armin Laschets "Stop-and-Go-Politik" ...
Kurz vor dem Treffen der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Montag dringt die SPD-Landtagsfraktion auf einen klaren Kurs der nordrhein-westfälischen Landesregierung: "Armin Laschet muss seine Strategie überdenken und rauskommen aus dieser Stop-and-Go-Politik. Lock


Weitere Mitteilungen von Rheinische Post


Rheinische Post: Kommentar: Absprachen beim Auto ...
Absprachen sind sehr sinnvoll, etwa wenn es um Uhrzeiten für Verabredungen geht oder darum, wer an der Ampel gerade Vorfahrt hat, Stichwort rechts vor links. Im Grunde basiert unser gesamtes staatliches System ja darauf, dass wir gemeinsame Verabredungen getroffen haben, unter welchen Rahmenbed

Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Bertelsmann ...
Afrika und der Mittlere Osten standen bisher nicht unbedingt im Fokus von Bertelsmann. Was Akquisitionen betrifft, so sind die Gütersloher stattdessen seit einigen Jahren vor allem in den USA, Brasilien, China und Indien unterwegs. Da überrascht die neue Partnerschaft mit einem marokkanischen F

Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Fall Maaßen ...
So einen Rauswurf wünscht sich wohl jeder Arbeitnehmer. Den Posten als Verfassungsschutzpräsident muss Hans-Georg Maaßen zwar räumen. Dafür aber fällt er - und zwar vom Ansehen wie von der Besoldung her - die Karriereleiter kräftig rauf und zeichnet demnächst als Staatssekretär im Bunde

Neue Westfälische (Bielefeld): Vom Verfassungsschutz-Präsidenten zum Staatssekretär Ein schlechtes Signal Friderieke Schulz ...
Um kurz vor achtzehn Uhr stand die Entscheidung fest: Verfassungsschutz-Präsident Hans-Georg Maaßen muss seinen Posten als Präsident des inländischen Geheimdienstes räumen. Erwartbar war diese Entscheidung spätestens seit Äußerungen von Bundeskanzlerin Angela Merkels durchsickerten, sie


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z