Allg. Zeitung Mainz: Nicht aufgeben / Kommentar von Reinhard Breidenbach zu Geldwäsche
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Staat gegen die Organisierte Kriminalität führt. Dass die sich
mittlerweile auch der Geldwäsche durch Immobilienkäufe zugewendet
hat, kann nicht überraschen. Dass es bei 60 000 Verdachtsmeldungen
nur zu 474 Anklagen oder Sanktionen kam, leider auch nicht,
angesichts von nur 360 Mitarbeitern der Anti-Geldwäsche-Einheit FIU.
Hingegen: Gerade mal 20 Verdachtsmeldungen von Immobilienmaklern, das
mutet geradezu grotesk an. Das müsste die Ehrwürdigen der Branche,
die es ja gibt, aufrütteln und zu Mahnern werden lassen. Gewiss, es
gibt Grauzonen. Aber die Loyalität gegenüber den Kunden muss absolut
Grenzen haben. Niemand verlangt Denunziantentum oder Bespitzelung.
Aber wenn es um den Verdacht geht, dass sich vor den eigenen Augen
Verbrechen anbahnen, sollte niemandem das Hemd des eigenen Gewinns
näher sein als der Rock des Allgemeinwohls. Die Regeln, nach denen
sich in Deutschland Immobiliengeschäfte vollziehen - Notarpflicht,
Grundbuch - sind im Vergleich zu anderen, auch europäischen Ländern
sehr ordentlich strukturiert und bieten zumindest Ansatzpunkte,
geplanten kriminellen Machenschaften auf die Schliche zu kommen.
Diese Chance sollte nicht ungenutzt verstreichen. Insgesamt hinken
Gesetze und Kontrollinstrumente des Staates zur Verbrechensbekämpfung
der Energie und Findigkeit von Wirtschaftskriminellen aber immer noch
hinterher. Aber hier zu resignieren, wäre eine Bankrotterklärung -
genauso schlimm, wie hinzunehmen, dass bestimmte Stadtviertel zu no
go-Gebieten werden, in die sich die Polizei nicht mehr hineintraut.
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Datum: 17.10.2018 - 19:33 Uhr
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