BERLINER MORGENPOST: Unwürdiger Umgang - Kommentar von Christine Richter zum entlassenen Verkehrsstaatssekretär Kirchner
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Senat: Die Verkehrssenatorin Regine Günther (parteilos, für die
Grünen) will ihren Verkehrsstaatssekretär Jens-Holger Kirchner
(Grüne) entlassen. Weil Kirchner, der an Darmkrebs erkrankt ist, seit
Wochen fehle, weil in der Verkehrspolitik so viel zu tun sei und
viele Sachen wie beispielsweise bei der Verkehrslenkung liegen
blieben. Am kommenden Dienstag soll der Senat auf Vorlage von Günther
beschließen, dass Kirchner in den Ruhestand versetzt wird. Die
Empörung über Günther ist nun groß - und dies völlig zu Recht. Es ist
menschlich unanständig, einen krebskranken Mitarbeiter zu entlassen.
Und Regine Günther zeigt damit auch ihre Führungsschwäche. Sicherlich
gibt es viel zu tun in der Verkehrspolitik, sicherlich kommen Themen,
wenn der wichtigste Mann in der Verwaltung lange krank ist, langsamer
voran. Aber dann kann man doch eine andere Lösung in einem solch
großen Haus - in der Senatsverwaltung für Verkehr und Umwelt arbeiten
rund 1300 Menschen - finden. Einen Mitarbeiter, der an Krebs erkrankt
ist, der sich durch Chemotherapien kämpft und gern weiterarbeiten
will, den schmeißt man nicht raus. Niemals. Mich empört in diesem
Fall nicht nur Günthers Verhalten. Mich empört auch, dass niemand die
parteilose Politikerin, die von den Grünen in den Senat geschickt
wurde, gestoppt hat. Weder die Grünen mit ihrem ganzen
Führungspersonal von Wirtschaftssenatorin Ramona Pop bis zu den
Grünen-Fraktionschefinnen oder dem Grünen-Landesvorstand noch die
Senatskanzlei oder andere Führungskräfte in diesem rot-rot-grünen
Senat. Alles Vertreter von Parteien, die immer ganz vorne mit dabei
sind, wenn es um Themen wie Menschlichkeit oder Umgang mit
Mitarbeitern in Unternehmen geht - richtigerweise übrigens. Im Fall
Kirchner aber zählt das alles nicht. Es ist einfach nur erbärmlich.
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Datum: 06.12.2018 - 21:41 Uhr
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