Saarbrücker Zeitung: DGB beklagt Defizite bei Durchsetzung des Mindestlohns - 2,2 Millionen Menschen betroffen
ID: 1732017
zur Einführung des gesetzlichen Mindestlohns sieht der DGB immer noch
große Defizite bei der praktischen Durchsetzung der Lohnuntergrenze.
"Insgesamt 1,8 Millionen Beschäftigte werden um den gesetzlichen
Mindestlohn betrogen. Nimmt man noch die Branchenmindestlöhne hinzu,
sind es sogar 2,2 Millionen Menschen", sagte DGB-Vorstandsmitglied
Stefan Körzell der "Saarbrücker Zeitung" (Mittwoch-Ausgabe). Hier
müsse die Bundesregierung endlich handeln.
"Das Hauptproblem ist, dass es immer noch viele unehrliche
Arbeitgeber gibt, die sich nicht an den Mindestlohn halten", meinte
der Gewerkschafter. Häufig würden Arbeitgeber ihre Beschäftigten
länger arbeiten lassen, als vertraglich vorgesehen sei. "Nach
geltendem Recht sind die Unterlagen zur Aufzeichnung der Arbeitszeit
für Arbeitgeber viel zu leicht manipulierbar", kritisierte Körzell.
Zugleich sprach er sich für eine Anhebung des Mindestlohns auf
zwölf Euro aus. Aktuell liegt er bei 9,19 Euro. Der DGB wolle einen
"armutsfesten Mindestlohn", sagte Körzell. Im Mindestlohngesetz sei
eine Überprüfung vorgesehen. "Es ist an der Bundesregierung, dies im
nächsten Jahr für eine einmalige Erhöhung zu nutzen", forderte
Körzell. "Zwölf Euro müssen drin sein." An diesem Mittwoch hat der
DGB zu einer Expertenkonferenz über das Thema in Berlin eingeladen.
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Datum: 26.06.2019 - 00:00 Uhr
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