RTL/n-tv-Trendbarometer / Forsa Aktuell: SPD-Mitglieder-Befragung: Prinzipien wichtiger als Regieren

RTL/n-tv-Trendbarometer / Forsa Aktuell: SPD-Mitglieder-Befragung: Prinzipien wichtiger als Regieren - 56 Prozent halten Doppelspitze nicht für sinnvoll - Scholz/Geywitz liegen vorn

ID: 1747422
(ots) - SPD-Mitglieder: Ja zur GroKo, Nein zum Regieren um
jeden Preis

Wenige Wochen vor der Wahl der neuen Parteispitze hat forsa im
Auftrag der Mediengruppe RTL die Stimmung der SPD-Mitglieder
ermittelt. Gefragt wurden über 1.000 Sozialdemokraten, wie sie die
Situation ihrer Partei und deren politische Zielsetzung bewerten, was
sie von der Urwahl des neuen Vorsitzes sowie einer Doppelspitze
halten - und welche Kandidaten derzeit die größten Chancen haben.

7 Prozent der SPD-Mitglieder glauben, dass sich die Umfragewerte
ihrer Partei bis zur nächsten Bundestagswahl deutlich verbessern
werden. 43 Prozent vertrauen darauf, dass sich die Sympathiewerte der
SPD "etwas verbessern" werden - aber fast die Hälfte (47%) glaubt
nicht daran, dass es mit der eigenen Partei in absehbarer Zeit
aufwärts gehen könnte.

Zwei Drittel der SPD-Mitglieder (67%) sind heute der Auffassung,
für die Partei sei es "vorrangig", an Grundwerten und Prinzipien
festzuhalten, "auch wenn man dafür keine Mehrheit bei Wahlen erhält".
Bei einer Mitgliederbefragung 2015 teilten 52 Prozent diese
"dogmatische" Einschätzung. Damals waren 41 Prozent dafür, dass die
Sozialdemokraten an die Macht kommen müssten, "um die eigenen
Vorstellungen so weit wie möglich in einer Regierung umzusetzen".
Diese pragmatische Einschätzung teilen heute noch 31 Prozent der
Mitglieder.

Steht die Politik der SPD in der Großen Koalition noch in
Übereinstimmung mit den sozialdemokratischen Grundwerten? 49 Prozent
der Mitglieder bejahen diese Frage, 48 Prozent sagen Nein. 54 Prozent
der Befragten sind dagegen, dass die Große Koalition "so bald wie
möglich beendet" wird - 42 Prozent sind dafür. Während drei Viertel
der "Pragmatiker" die "GroKo" nicht beenden möchten, ist die Hälfte
der "Dogmatiker" für deren baldiges Aus.



SPD-Mitglieder: Ja zur Urwahl, Nein zur Doppelspitze

82 Prozent der SPD-Mitglieder finden es gut, dass die neue
Parteispitze in einer Urwahl durch alle Parteimitglieder bestimmt
wird. Allerdings sehen 56 Prozent der Parteimitglieder es nicht als
sinnvoll an, dass die SPD künftig von einer Doppelspitze geführt wird
- 44 Prozent sind dafür. Auch die Hälfte der weiblichen
SPD-Mitglieder (49%) ist gegen eine Doppelspitze, bei den Männern ist
die Ablehnung größer: 59 Prozent sind dagegen.

Wenn die neue SPD-Führung bereits jetzt gewählt würde, lägen Olaf
Scholz und Klara Geywitz vorn: 26 Prozent der Mitglieder würden sich
derzeit für sie entscheiden. Dahinter rangieren Karl Lauterbach und
Nina Scheer (14%), Gesine Schwan und Ralf Stegner (13%) sowie Petra
Köpping und Boris Pistorius (12%). Mit Abstand folgen Simone Lange
und Alexander Ahrens sowie Christina Kampmann und Michael Roth (je
7%). Für die drei Einzelkandidaten Robert Maier, Karl-Heinz Brunner
und Hans Wallow würden so gut wie keine Mitglieder stimmen. Das
führende Duo Scholz/Geywitz hat seine größten Chancen bei
"Pragmatikern" (36%) sowie bei jenen, die die Große Koalition
fortsetzen wollen (36%). Geringeren Zuspruch haben Scholz und Geywitz
bei den Partei-Funktionären und den "Dogmatikern" (jeweils 22%) sowie
bei denen, die die "GroKo" beenden wollen (13%).

forsa-Chef Prof. Manfred Güllner gegenüber der Mediengruppe RTL:
"Die schon immer ausgeprägte Neigung vieler SPD-Mitglieder, lieber in
der Opposition die hehren Werte zu propagieren statt Verantwortung
für Regierungshandeln zu übernehmen, hat sich aktuell verstärkt. Die
Kluft zwischen regierungswilligen 'Pragmatikern' und
regierungsunwilligen 'Dogmatikern' dürfte auch die Wahl der neuen
SPD-Führung überlagern."

Die Meldungen sind mit der Quellenangabe RTL/n-tv-Trendbarometer
frei zur Veröffentlichung. Die Daten zur SPD wurden vom Markt- und
Meinungsforschungsinstitut forsa im Auftrag der Mediengruppe RTL vom
19. - 23. 8. 2019 erhoben. Datenbasis: 1.042 SPD-Mitglieder.



Pressekontakt:
Mediengruppe RTL Deutschland
Alessia Gerkens
alessia.gerkens@mediengruppe-rtl.de
+49 221 456-74103

forsa
Dr. Peter Matuschek
+49 30 62882442

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Datum: 26.08.2019 - 07:55 Uhr
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