Westdeutsche Zeitung: Kommentar von Ekkehard Rüger zur SUV-Debatte:
Lupenreiner Öko-Populismus
ID: 1751633
wohl das: ein Geschehen auf Biegen und Brechen für die eigenen
Interessen zu instrumentalisieren, ob es nun passt oder nicht. So
gesehen ist es lupenreiner Öko-Populismus, der gerade in der
SUV-Debatte zu beobachten ist. Ein schrecklicher Unfall wird dazu
missbraucht, ein gesellschaftliches Unbehagen gegenüber den gefragten
Geländewagen-Imitaten zu befeuern.
Da schwadroniert ein grüner Bezirksbürgermeister in Berlin, solche
"panzerähnlichen Autos" gehörten nicht in die Innenstadt. Oliver
Krischer, stellvertretender Vorsitzender der
Grünen-Bundestagsfraktion, fordert eine Obergrenze für große SUVs.
Und die Umwelthilfe bringt gleich eine City-Maut und ein Parkverbot
in Städten ins Spiel.
Nur mal so: Wenn morgen ein Mercedesfahrer Unter den Linden die
Kontrolle über sein Fahrzeug verliert, sind dann auch Limousinen in
Berlin unerwünscht? Das könnte die Politik in der Hauptstadt in der
Tat nachhaltig verändern. Und was ist mit dem rabiaten Radfahrer, der
vielleicht demnächst in Münster eine Oma über den Haufen fährt: Wäre
in diesem Fall die Forderung nach einer Fahrradobergrenze für die
Studentenstadt nicht geradezu zwangsläufig?
Alles absurd und grober Unfug. Unfug deshalb, weil die notwendige
Diskussion, wie wir unsere individuelle Mobilität in Zukunft
organisieren wollen und ob dabei wirklich der Trend zur Gigantonomie
der Fahrzeuge die Lösung ist, unzulässig mit einem Unfall verbunden
wird, dessen Ursache noch gar nicht endgültig geklärt ist.
Wenn der Fahrer eines Fahrzeugs verantwortungslos, betrunken oder
akuten Gesundheitsproblemen ausgesetzt ist, wird es immer gefährlich.
Das liegt zunächst mal an dem Fahrer und nicht an dem Fahrzeug. Und
die Folgen haben ganz viel mit der konkreten Situation zu tun. Das
sagt einem in der Regel schon der eigene Verstand. Aber der wird ja
beim Populismus gerne ausgeschaltet.
Das hat dann die bekannte Folge, dass die Bekämpfung platter
Feindbilder plötzlich als Lösung komplexer Probleme erscheint. Wer
mit solchen Taschenspielertricks die Verkehrswende einleiten will,
befindet sich jedenfalls schon jetzt in der Sackgasse.
Pressekontakt:
Westdeutsche Zeitung
Nachrichtenredaktion
Telefon: 0211/ 8382-0
politik@wz-plus.de
www.wz.de
Original-Content von: Westdeutsche Zeitung, übermittelt durch news aktuell
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 09.09.2019 - 18:49 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1751633
Anzahl Zeichen: 2685
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Düsseldorf
Kategorie:
Innenpolitik
Diese Pressemitteilung wurde bisher 370 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Westdeutsche Zeitung: Kommentar von Ekkehard Rüger zur SUV-Debatte:
Lupenreiner Öko-Populismus"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Westdeutsche Zeitung (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Von Lothar Leuschen Reformen sind schwierig in Deutschland. Bauen oder Sanieren dauert immer länger und wird immer teurer. Autos aus der deutschen Autoschmiede entpuppen sich international zunehmend als Ladenhüter. Und jetzt kann Deutschland nicht einmal mehr Elfmeter schießen. Quo vadis, Wirtsc
Kommentar/WZ zur ersten Sitzung des neuen Bundestages: / Schwieriges Parlament ...
Von Lothar Leuschen Der Auftakt ist schon nicht gelungen gewesen. Statt eine möglichst verbindende Rede zu halten, erging sich Alterspräsident Gregor Gysi darin, die Parteiprogrammatik der Linken abzuspulen inklusive der Aufforderung, das Gespräch mit Russland zu suchen. Dass die Abgeordneten de
Kommentar: Die USA sind verloren / zu Trump und den Folgen ...
Von Lothar Leuschen Die Ereignisse überschlagen sich. Nur wenige Stunden, nachdem die USA angekündigt hat, die Unterstützung der Ukraine im Verteidigungskampf gegen Russland abzubrechen, kommt ebenso aufgeschreckt wie unausgegoren aus der Union in Deutschland der Ruf nach Rückkehr zur allgemein
Weitere Mitteilungen von Westdeutsche Zeitung
Mitteldeutsche Zeitung: zu Lehrermangel ...
Die Politik reagiert auf den Lehrermangel vielfach damit, dass Seiteneinsteiger für den Schuldienst gewonnen werden. In den höheren Klassen ist dies gar nicht verkehrt. Es ist durchaus wünschenswert, dass die Schüler im Klassenraum auch mit vielfältigen Perspektiven konfrontiert werden. Do
Mitteldeutsche Zeitung: zu Russland ...
Auf der Weltbühne erscheint Putin derzeit stärker als viele andere, klarer sortiert etwa als der amerikanische Präsident. Im eigenen Land aber lässt Putins Kraft bereits nach: ökonomisch, kulturell, emotional. Deshalb wachsen jetzt, in Moskau ebenso wie in vielen anderen Hauptstädten der W
Kölnische Rundschau: zum Mangel an Grundschullehrern ...
Beruf aufwerten Sandro Schmidt zum Mangel an Grundschullehrern Prognosen sind schwer, besonders wenn sie die Zukunft betreffen. Diese alte Weisheit hat nun die Kultusministerkonferenz eingeholt, die sich nach einer Bertelsmann-Studie beim Bedarf an Grundschullehrern heftig verrechnet
Braunkohle - geht Klimaschutz vor Kumpelschutz? / "Wir müssen reden!" live vom Altmarkt in Cottbus ...
Der Braunkohleausstieg in der Lausitz ist das Thema bei "Wir müssen reden!", dem politischen Bürgertalk im rbb Fernsehen, am Donnerstag, 12. September, 20.15 Uhr. Auf dem Altmarkt in Cottbus sprechen die Moderatorinnen Janna Falkenstein und Tatjana Jury mit Bürgerinnen und Bürgern ü




