Kommentar zur Debatteüber die linke Verfassungsrichterin Barbara Borchardt
ID: 1819962
Die Behauptung, dass die AKL nicht auf dem Boden des Grundgesetzes stehe, kann leicht entkräftet werden. Denn die Verfassung lässt Möglichkeiten offen, um den Kapitalismus zu bändigen. Laut Artikel 15 können Grund und Boden, Naturschätze und Produktionsmittel zum Zwecke der Vergesellschaftung in Gemeineigentum überführt werden. Um Borchardt zu diskreditieren, werden auch alte Äußerungen von ihr herangezogen. Sie hatte den Bau der Mauer als "alternativlos" bezeichnet. Ob das klug war, sei dahingestellt. Borchardt hat die Sichtweise der damaligen Führungen von DDR und Sowjetunion im Kalten Krieg wiedergegeben. Alternativen gibt es immer, aber Geschichte lässt sich nicht ändern. Das Gedenken an die Mauertoten ist richtig, darf aber nicht dazu führen, dass gleichzeitig die alte Bundesrepublik als Staat mit weißer Weste dargestellt wird. Man denke nur an die westdeutsche Zusammenarbeit mit Militärdiktaturen wie in Brasilien und das brutale Vorgehen der Polizei unter anderem gegen Studentendemonstrationen.
Die Verantwortlichen hierfür waren die wahren Feinde von Grundgesetz und Menschenrechten in Westdeutschland. Sie haben ihre würdigen Nachfolger in der bundesdeutschen Politik gefunden. Für die Beteiligung am völkerrechtswidrigen Nato-Krieg gegen Jugoslawien, die nicht mit der Verfassung konformen Regelungen zur Vorratsdatenspeicherung und Armuts-Hartz-Gesetzen fanden sich Mehrheiten im Parlament. Selbst das nicht als sonderlich links geltende Bundesverfassungsgericht gab den Kritikern dieser Politik mit seinen Urteilen immer wieder recht. Das Vorgehen gegen prominente linke Juristen hat in der Bundesrepublik Tradition. Der Publizist, Bürgerrechtler und frühere Bremer Verfassungsrichter Rolf Gössner wurde 38 Jahre vom Verfassungsschutz observiert. Wegen seiner Kontakte zu Organisationen wie der DKP und der Roten Hilfe wurde eine "Kontaktschuld" konstruiert. Sein Fall und die Debatten um Borchardt sind nur zwei Beispiele dafür, dass Antikommunismus in Deutschland Teil der Staatsräson ist und nach wie vor wahnhafte Züge annimmt.
Pressekontakt:
neues deutschland
Redaktion
Telefon: 030/2978-1722
Weiteres Material: https://www.presseportal.de/pm/59019/4610014
OTS: neues deutschland
Original-Content von: neues deutschland, übermittelt durch news aktuell
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 29.05.2020 - 16:56 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1819962
Anzahl Zeichen: 3230
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Berlin
Kategorie:
Innenpolitik
Diese Pressemitteilung wurde bisher 626 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Kommentar zur Debatteüber die linke Verfassungsrichterin Barbara Borchardt"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
neues deutschland (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Die Tageszeitung "neues deutschland" erscheint von diesem Montag an wochentags mit neuem Layout und unter dem Titel "nd.DerTag". Die Wochenendausgabe heißt schon seit fast zwei Jahren "nd.DieWoche". Die Zeitung, die weiterhin als "Sozialistische Tageszeitung"
Viele Berliner Gewerbemieter beantragen Mietstundungen ...
Fast ein Viertel aller Gewerbemieter der Berliner landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft WBM haben für Mai und Juni eine Mietstundung beantragt. Darüber berichtet die in Berlin erscheinende Tageszeitung "neues deutschland". Das geht aus einer noch unveröffentlichten Antwort der Senatsver
"neues deutschland": EU-Abgeordnete Demirel: Mindestlohn unter zwölf Euro bedeutet Armutslohn ...
Die Europaabgeordnete der LINKEN Özlem Alev Demirel hat sich für eine schnelle Erhöhung des Mindestlohns in Deutschland auf wenigstens zwölf Euro pro Stunde ausgesprochen. "Alles andere bedeutet Armutslohn", sagte die Abgeordnete, die u.a. im Sozialausschuss des EU-Parlaments tätig is
Weitere Mitteilungen von neues deutschland
Weidel: Bundesregierung muss Entlassungswelle in Automobilindustrie endlich entgegensteuern ...
Die ZF Friedrichshafen, einer der wichtigsten Arbeitgeber am Bodensee, will in den kommenden vier Jahren massiv Stellen abbauen - bis zu 15.000 Arbeitsplätze sind bedroht, die Hälfte davon im Inland. Dazu erklärt Alice Weidel, Vorsitzende der AfD-Fraktion im Bundestag: "Die Menschen ernten
Gauland: Wahl Borchardts hat der Demokratie schweren Schaden zugefügt ...
Zur anhaltenden Diskussion über die Wahl der Linksparteipolitikerin Barbara Borchardt zur Verfassungsrichterin in Mecklenburg-Vorpommern, teilt der Vorsitzende der AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag, Alexander Gauland, mit: "Die Wahl der Linksparteipolitikerin Barbara Borchardt zur Verfassun
Kinder gerade in Krisenzeiten besser vor Armutsfolgen schützen! ...
Zum Internationalen Kindertag am 1. Juni erklärt SoVD-Präsident Adolf Bauer: "Jedes fünfte Kind in Deutschland ist von Armut betroffen. Gemeinsam mit mehr als 50 weiteren Organisationen setzt sich der SoVD deshalb im Bündnis ,Ratschlag Kinderarmut' für ein gutes Aufwachsen aller Kind
Frei: Corona-Spucker mit voller Härte bestrafen ...
Strafrahmen bei Attacken auf Polizisten ausschöpfen Bundesweit berichten Polizistinnen und Polizisten seit Beginn der Corona-Pandemie von Spuckattacken. Nun fordert Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul, solche Angriffe strafrechtlich nicht mehr nur als Beleidigung, sondern als Körperve




