Alle mal vernünftig bleiben/Die nun verschärften Regeln sind keine neue Eingriffsdimension. Sie ap

Alle mal vernünftig bleiben/Die nun verschärften Regeln sind keine neue Eingriffsdimension. Sie appellieren an die Vernunft mündiger Bürgerinnen und Bürger.

ID: 1848347
(ots) - Von Heike Haarhoff

Das Virus ist jetzt seit mehr als einem halben Jahr unter uns. Es ist in dieser Zeit nicht ungefährlicher geworden, und es wird auch nicht verschwinden. Aber - und das ist ein großer Gewinn im Vergleich zur Situation in Deutschland im Februar, März oder April - wir wissen dank internationaler Forschungsanstrengungen und transparenter Kommunikation der neuen Erkenntnisse inzwischen mehr über seine Eigenschaften; wir sind in der Lage, es einzuschätzen. Wir können in unserem Alltag mit ihm umgehen.

Das ist die Nachricht, die noch vor Monaten schier unglaublich schien: Wir. Können. Mit ihm umgehen. Und wir können uns und andere schützen. Einigermaßen jedenfalls (keine Frage: diejenigen, die das Verweigern von Masken in S- und U-Bahnen für einen revolutionären Akt halten und Abstandsregeln für überflüssig, sind so rücksichts- wie verantwortungslos, aber sie sind in der Minderheit). Und dies gelingt auch deswegen so gut, weil wir, anders als viele andere Länder, über die Mittel verfügen, Distanz und Hygiene halten zu können.

Auch die Schnelltests, die demnächst für eine erhebliche Erleichterung der derzeitigen Alltagseinschränkungen sorgen dürften, werden, jede Wette, in großem Umfang zuerst hierzulande verfügbar sein - und nicht etwa in Indien oder Afrika, wo die Menschen sie ebenfalls dringend brauchen. Der Bund vergibt daneben Millionenhilfen zur Umrüstung von Lüftungsanlagen, die hoffentlich nicht nur in den Unternehmen, sondern auch in den Schulen ankommen werden. Das ist, bei allem (im Einzelfall berechtigten) Gejammere über die Einschränkungen eine komfortable, fast möchte man sagen: privilegierte Ausgangsposition, um mehr als glimpflich durch die Pandemie zu kommen.

Ein zweiter Lockdown, den viele fürchten, erscheint derzeit ebenso unwahrscheinlich wie unnötig. Dennoch gilt es, wachsam zu bleiben: Zuletzt haben die Infektionen wieder zugenommen. Dass Bund und Länder die Regelungen für private Feiern und die Bußgelder für falsche Namensangaben im Restaurant nun noch einmal verschärft haben, ist keine neue Eingriffsdimension angesichts der jüngsten Entwicklung und der Sorge, dass die Zahl der Infizierten weiter drastisch ansteigt, die medizinische Versorgung an ihre Grenzen gerät und die Nachverfolgung der Infektionsketten schwierig wird. Es ist eine Vorsichtsmaßnahme, die zugleich an die Verantwortung und die Vernunft mündiger Bürgerinnen und Bürger appelliert: Wie rigoros Sanktionen ausfallen, können sie mit ihrem eigenen Verhalten beeinflussen.



Pressekontakt:

taz - die tageszeitung
Nina Apin
Telefon: +49 30 25902 255
meinung@taz.de

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/42630/4721690
OTS: taz - die tageszeitung

Original-Content von: taz - die tageszeitung, übermittelt durch news aktuell
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF   Interview
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 30.09.2020 - 16:53 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1848347
Anzahl Zeichen: 2918

Kontakt-Informationen:
Stadt:

Berlin



Kategorie:

Innenpolitik



Diese Pressemitteilung wurde bisher 2313 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Alle mal vernünftig bleiben/Die nun verschärften Regeln sind keine neue Eingriffsdimension. Sie appellieren an die Vernunft mündiger Bürgerinnen und Bürger."
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

taz - die tageszeitung (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

ÄNDERUNG: Brot für die Welt verteidigt Indiens Exportverbot für Weizen / Regierung verhindere Hunger. Statt das zu kritisieren sollten die G7 ihren Verbrauch für Kraftstoff und Futter reduzieren ...
(Brot für die Welt hat nach Erscheinen des Artikels das Zitat im 2. Absatz dahingehend korrigiert, dass rund 60 Prozent des in Deutschland verbrauchten Weizens in Trog und Tank landeten, also nicht 80 Prozent des Weizens in Deutschland.) Die Hilfsorganisation "Brot für die Welt" hat d

Brot für die Welt verteidigt Indiens Exportverbot für Weizen / Regierung verhindere Hunger im eigenen Land. Statt das zu kritisieren sollten die G7 ihren Verbrauch für Kraftstoff und Futter reduzie ...
Die Hilfsorganisation "Brot für die Welt" hat die Kritik der G7-Staaten an Indiens Exportverbot für Weizen zurückgewiesen. "Es ist nur gerechtfertigt, wenn die indische Regierung Hunger im eigenen Lan durch einen Ausfuhrstopp verhindern will", sagte Francisco Marí, Welte

FDP sieht Pläne für weniger Biosprit skeptisch / Kraftstoff aus Pflanzen sei nötig im Kampf gegen Klimawandel, so Vizefraktionschefin Konrad. Sie sieht keine große Konkurrenz zu Lebensmittelproduk ...
Die von mehreren Bundesministerien angestrebte Reduzierung des Einsatzes von Lebensmitteln als Kraftstoff droht an der FDP zu scheitern. "Biokraftstoffe sind eine wichtige Technologie zum Übergang in die Klimaneutralität des Verkehrs und oftmals durch den Einsatz von Abfällen und Reststoff


Weitere Mitteilungen von taz - die tageszeitung


Interview "nd.DerTag": Kritik an Gesetzentwurf zur Stärkung der Rechte intergeschlechtlicher Kinder ...
Der Gesetzentwurf der Bundesregierung zum Schutz von intergeschlechtlichen Kindern wäre aus Sicht der Soziologin Ulrike Klöppel noch nachzubessern. "Ein großes Problem ist, dass das Gesetz nicht alle Schutzbedürftigen schützen wird", erklärte Klöppel im Interview mit der in Berlin e

"Moria darf sich nicht wiederholen"/ Gemeinsames Statement zur Lage der Geflüchteten auf der Insel Lesbos ...
Gemeinsames Statement von Vertreterinnen und Vertretern aus Bundespolitik, Kommunalpolitik, Zivilgesellschaft und Kirche zur Lage der Geflüchteten auf der Insel Lesbos Wir, Vertreterinnen und Vertreter aus Bundespolitik, Kommunalpolitik, Zivilgesellschaft und Kirche, haben das Flüchtlingslager Mo

Behinderten-Pauschbetrag rasch anpassen ...
Verdopplung des Behindertenpauschbetrages ist überfällig / Wichtig für die gesellschaftliche Teilhabe / Jährliche Anpassung an Einkommens- und Preisentwicklung fehlt bisher Zum Gesetzentwurf zur Anhebung des Behindertenpauschbetrages, zu dem der Sozialverband Deutschland heute im Finanzausschus

Strategie für Herbst und Winter: Mehr Klarheit geschaffen / Kommentar von Christopher Ziedler ...
Bisher herrschte in den Bundesländern ein Flickenteppich an Regeln. Wochenlange ergebnislose Diskussionen über eine Begrenzung der Teilnehmerzahl verunsicherten die Veranstalter - trotzdem geplante Feiern standen ständig auf der Kippe, abgesagte, aber offiziell noch erlaubte Veranstaltungen ließ


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z