"nd.DerTag": Empirie kann Druck machen - Kommentar zur Studie der Ruhr-Universität Bochum über Rassismus bei der Polizei
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Diese Ergebnisse überraschen wenig. Entsprechende Schilderungen gibt es zuhauf, und das nicht erst seit den jüngsten antirassistischen Protesten. Auch dass die Polizei ein eigenständiger politischer Akteur ist und mitunter Brutstätte für autoritäre und demokratiefeindliche Einstellungen, beginnt sich als Erkenntnis durchzusetzen. So selbstverständlich dieses Wissen erscheint - man kann die empirischen Befunde nun zumindest nutzen, um den politischen Druck zu erhöhen. Innenminister Horst Seehofer lehnt nach wie vor eine Studie zu Rassismus bei der Polizei ab. Geplant sei lediglich eine Untersuchung zu Rassismus in der Gesellschaft und eine andere zum Polizeialltag, betonte der Minister. Im Gegensatz zur SPD, die noch immer versucht, das Ganze als Erfolg zu verkaufen. Noch ist völlig unklar, was am Ende dabei herauskommt.
Bis dahin lohnt es sich für die kritische Zivilgesellschaft, selber zu forschen. Damit sollte sie sich jedoch nicht zufriedengeben. Unabhängige Beschwerdestellen, Abrüstung und demokratische Kontrolle der Polizei müssen weiter gefordert sowie Diskussionen zu alternativen Schutzkonzepten geführt werden. Veränderung wird es ohne einen anderen Blick auf Sicherheit nicht geben.
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Datum: 11.11.2020 - 17:57 Uhr
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