VW drückt sich in Brasilien - Kommentar nd.DieWoche

VW drückt sich in Brasilien - Kommentar nd.DieWoche

ID: 1973850
(ots) -

Der deutsche Volkswagenkonzern bleibt stur: keine Entschuldigung für die Beteiligung an politischer Verfolgung und Unterdrückung von Regimegegnern während der brasilianischen Militärdiktatur (1964-85). Und das im offenen Widerspruch zum Autor des von VW mit einer Studie beauftragten Historikers Christopher Kopper: "Es gab eine institutionelle Arbeitsbeziehung zwischen dem Werkschutz von VW und der Politischen Polizei - mit Wissen des Vorstands, sowohl in Brasilien als auch in Wolfsburg."

Wer sich entschuldigt, macht sich rechtlich angreifbar und den Weg für Reparationszahlungen juristisch auf. Und da der Multi VW weltweit an Standorten mit fragwürdigen Menschenrechtslagen tätig war und ist, will der Konzern mit einer Entschuldigung in Sachen Brasilien offenbar keinen Präzedenzfall schaffen.

Die Salamitaktik des Volkswagenkonzerns ist unerträglich. Bis heute hält der Automobilkonzern offiziell an der These fest, dass es keine Zusammenarbeit von VW mit den staatlichen Repressionsorganen auf der Grundlage eines institutionellen Handeln seitens des Unternehmens gegeben hätte. Alles individuelle Einzelfälle hinter dem Rücken der arglosen Konzernspitze.

Erst fünf Jahre nach dem Beginn der Ermittlungen durch die brasilianische Staatsanwaltschaft ließ sich VW im September 2020 auf einen Vergleich mit den Justizbehörden ein: Die Firma zahlte widerwillig rund 5,5 Millionen Euro.

Es wird höchste Zeit, dass VW endlich vollumfänglich und öffentlich um Entschuldigung bei den betroffenen Arbeitern bittet. VW sollte sich seiner historischen Verantwortung stellen, statt zu leugnen, was nicht zu leugnen ist. Und wer im ersten Quartal 2022 trotz Lieferschwierigkeiten wegen Corona-Krise und Ukraine-Krieg 8,5 Milliarden Euro Gewinn macht, kann sich auch Reparationen leisten. VW bewegt sich nur unter Druck. Für eine Entschuldigung hat er bisher noch nicht gereicht. Das muss sich ändern.

Pressekontakt:



nd.DerTag / nd.DieWoche
Redaktion

Telefon: 030/2978-1722

Original-Content von: nd.DerTag / nd.DieWoche, übermittelt durch news aktuell
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  Mitteldeutsche Zeitung zu Ukraine/Waffenlieferungen Mitteldeutsche Zeitung zu Familienministerin Paus/Grüne
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 15.04.2022 - 17:55 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1973850
Anzahl Zeichen: 2208

Kontakt-Informationen:
Stadt:

Berlin



Kategorie:

Innenpolitik



Diese Pressemitteilung wurde bisher 449 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"VW drückt sich in Brasilien - Kommentar nd.DieWoche"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

nd.DerTag / nd.DieWoche (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).


Alle Meldungen von nd.DerTag / nd.DieWoche


 

Werbung



Facebook

Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z