Menetekel / Andreas Härtel zum Sterben der Gletscher
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Der Gletscherabbruch in den Dolomiten ist ein Menetekel. Zwar müssen Forscher erst noch genau erkunden, wie es zu dem Unglück kam. Aber der Abbruch wirkt wie ein düsterer Ausblick in eine Zeit der Unsicherheit und Umbrüche in den Bergen. Es ist lange bekannt, dass der Klimawandel mit dem damit einhergehenden Gletscherschwund und den auftauenden Böden den Gebirgen zusetzt. Vielerorts hält der Frost das Gestein noch zusammen, aber niemand weiß, wie lange. Für dieses Jahr hatten Meteorologen schon vorhergesagt, dass es in den Alpen schlimm für das Eis werden würde. Weil auf einen schneearmen Winter ein trockener und zu warmer Frühling folgte, mit einer ersten Hitzewelle schon im Mai. Für die Gletscher war das fatal: Sie brauchen den hellen, frischen Schnee, der das Sonnenlicht reflektiert. Das schützt. Liegt das dunklere Eis dagegen frei, schmilzt es umso schneller - und die Gletscher schwinden und bröckeln rapide. Für die Menschen in den Alpen sind die Aussichten erschreckend. Wenn die Zahl der Abbrüche zunimmt, sind Siedlungen bedroht und der Tourismus als Einnahmequelle gefährdet. Und wenn die Gletscher verschwinden, versiegt auch eine Quelle der Wasserversorgung. Retten lassen sich die allermeisten Gletscher nicht mehr, selbst mit einem radikalen Wandel in der Klimapolitik, da sind sich die Forscher sicher. Der Mensch muss aber versuchen, die Auswirkungen auf das Eis so gering zu halten, wie es noch geht. Ganz allgemein gilt ja, man weiß es: Der Schutz des Klimas ist eine existenzielle Aufgabe für alle. Es müsste sich nur jeder zu Herzen nehmen.
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Datum: 04.07.2022 - 18:29 Uhr
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