NABU: Scholz sendet wichtiges Signal für die Verhandlungen zum Weltnaturabkommen / Krüger: Deutschland will 1,5 Mrd Euro zum Biodiversitätsschutz der globalen Artenvielfalt beitragen
ID: 2008885
In den frühen Morgenstunden kündigte Bundeskanzler Olaf Scholz im Rahmen der UN-Generalversammlung an, dass Deutschland ab 2025 1,5 Milliarden Euro für die Biodiversität zur Verfügung stellen wird. Dazu kommentiert NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger:
"Die angekündigte Summe ist ein großer Schritt in die richtige Richtung. Scholz sendet damit ein wichtiges Signal für die festgefahrenen Verhandlungen zum Weltnaturabkommen. Dieser Schritt weckt zugleich die Hoffnung, dass auch andere Industrieländer höhere Beiträge ins Spiel bringen werden. Ausreichen wird der deutsche Beitrag angesichts der Herausforderung des globalen Artensterbens und Lebensraumverlustes dennoch nicht. Hier ist von der Bundesregierung und dem Bundestag in den Haushaltsverhandlungen noch Einsatz notwendig: Bereits kommendes Jahr sollte der Bundeshaushalt zur Co-Finanzierung des Schutzes der globalen biologischen Vielfalt deutlich aufgestockt werden. Vor allem aber müssen endlich naturschädliche Subventionen umgeschichtet werden - von der Agrarpolitik über die Fischerei bis zum Verkehrssektor. Nicht nur das Aussterben von einer Million Arten weltweit steht auf dem Spiel - die Biodiversität ist eine Frage des Überlebens auch für uns Menschen."
Der NABU und andere Verbände fordern mindestens zwei Milliarden Euro pro Jahr für die Umsetzung des Abkommens - und das bereits vor 2025. Die Ziele des Abkommens gelten bereits ab kommendem Jahr und müssen bis 2030 erreicht werden. Einige Länder des globalen Südens fordern in den Verhandlungen von den Industrienationen sogar 100 Milliarden UD-Dollar bis 2030 oder 1 Prozent des BIP.
Magdalene Trapp, NABU-Referentin für Biodiversitätspolitik, ergänzt: "Es ist ein gutes Zeichen, dass das globale Artensterben endlich in der Chefetage des Kanzleramts angekommen ist. Die Naturkrise muss - ähnlich wie die Klimakrise - von allen Ressorts adressiert werden, die den Verlust der biologischen Vielfalt mit verantworten. Intensivlandwirtschaft, Raubbau an Wäldern und Meeren und naturschädliche Finanzprodukte sind Beispiele dafür. Hier braucht es verbindliche Regelungen und Standards, sowie die Abschaffung natur- und umweltschädigender Subventionen."
Hintergrund: Weltnaturabkommen
Im Dezember 2022 will die Weltgemeinschaft in Montréal (Kanada) ein Weltnaturabkommen verabschieden. Dieses Abkommen ist die letzte Chance, den globalen Verlust der Biodiversität bis 2030 noch zu stoppen und umzukehren. Auf dem Spiel steht das Aussterben von mindestens einer Million Arten. Dazu wird die Staatengemeinschaft gemeinsame Handlungsziele festlegen sowie die Finanzierung und weitere Umsetzungsmechanismen regeln. Neben einer angemessenen Finanzierung braucht es im Abkommen messbaren Zielen, beispielsweise in den Bereichen der Ökosystem-Renaturierung, Schutzgebiete, Landnutzung und Reduktion der Verschmutzung. Der NABU fordert: Hier sind Deutschland und andere reiche Industrieländer am Zug.
Die Ausgaben für den Schutz der globalen Biodiversität lagen zwischen 2017 - 2021 im Schnitt bei 751 Mio EUR/Jahr. Die Erhöhung auf 1,5 Mrd EUR entspricht damit etwa einer Verdoppelung - ab 2025.
Mehr Infos & Pressefotos
www.NABU.de/presse (http://www.nabu.de/presse)
Mit mehr als 875.000 Mitgliedern und Fördernden ist der 1899 gegründete NABU der älteste und mitgliederstärkste Umweltverband Deutschlands. Der NABU engagiert sich für den Erhalt der Lebensraum- und Artenvielfalt, den Klimaschutz sowie die Nachhaltigkeit der Land-, Wald- und Wasserwirtschaft. Zu den zentralen NABU-Anliegen gehören auch die Vermittlung von Naturerlebnissen und die Förderung naturkundlicher Kenntnisse. Mehr Infos: www.nabu.de/wir-ueber-uns
Pressekontakt:
Magdalene Trapp, Referentin für Biodiversitätspolitik,
Tel. + 49 (0)30.28 49 84-16 40, E-Mail: Magdalene.Trapp@NABU.de
---------------------------------------------------------------------
NABU-Pressestelle
Roland Panter | Julian Bethke | Britta Hennigs | Katrin Jetzlsperger
| Silvia Teich
Tel. +49 (0)30.28 49 84-1510 | -1538 | -1722 | -1534 | -1588
Fax: +49 (0)30.28 49 84-2000 | E-Mail: presse@NABU.de
Original-Content von: NABU, übermittelt durch news aktuell
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 21.09.2022 - 09:23 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 2008885
Anzahl Zeichen: 4409
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Berlin/New York
Kategorie:
Bundesregierung
Diese Pressemitteilung wurde bisher 319 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"NABU: Scholz sendet wichtiges Signal für die Verhandlungen zum Weltnaturabkommen / Krüger: Deutschland will 1,5 Mrd Euro zum Biodiversitätsschutz der globalen Artenvielfalt beitragen"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
NABU (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Zum Tag des Grundgesetzes am 23. Mai betont der NABU (Naturschutzbund Deutschland) die Bedeutung demokratischer Beteiligung und eines starken Rechtsstaats. "Demokratie lebt davon, dass Menschen Verantwortung übernehmen und ihre Gesellschaft aktiv mitgestalten. Genau das passiert jeden Tag im N
Wo sind unsere Igel und Maulwürfe? / Vom 20. bis 30. September nach den heimlichen Gartenbewohner schauen und sie melden ...
Maulwürfe und Igel leben in vielen Gärten. Trotzdem bekommt man sie selten zu Gesicht. Vom 20. bis 30. September sind alle dazu aufgerufen, genauer hinzuschauen und die heimlichen Garten- und Parkbewohner zu melden. "Wer mitmacht, leistet einen Beitrag zum Artenschutz", sagt Milena Still
Wer wird Vogel des Jahres 2025? / Hausrotschwanz, Kranich, Schwarzspecht, Schwarzstorch und Waldohreule stehen zur Wahl ...
Am 3. September starten NABU und sein bayerischer Partner LBV (Landesbund für Vogel- und Naturschutz) zum fünften Mal die öffentliche Wahl - alle können mitmachen und entscheiden, wer der nächste Jahresvogel werden und dem Kiebitz nachfolgen soll. "Mit Hausrotschwanz, Kranich, Schwarzspech
Weitere Mitteilungen von NABU
Wir müssen reden: Kipping fordert sofortigen Gaspreisdeckel ...
Angesichts der Energiekrise und anhaltend hoher Inflation forderte Berlins Sozialsenatorin Katja Kipping (Die Linke) die Bundesregierung auf, einen Gaspreisdeckel einzuführen. "Wer nicht bereit ist, jetzt in den Markt einzugreifen, der wird mit Entlastungspaketen nicht hinterherkommen",
Bundesregierung verdoppelt Investitionen zur Rettung der globalen Artenvielfalt / Campaign for Nature: Deutschland setzt wichtiges Zeichen für Verhandlungen auf Weltnaturkonferenz ...
Bundeskanzler Olaf Scholz kündigte am Dienstag am Rande der diesjährigen Vollversammlung der Vereinten Nationen an, dass die Bundesregierung zukünftig 1,5 Milliarden Euro jährlich in den weltweiten Naturschutz investieren wird. Dies entspricht knapp einer Verdopplung der bisherigen 800 Million
Maike Schaefer (Grüne): Zusagen des Bundes zur ÖPNV-Finanzierung müssen eingehalten werden ...
Die Vorsitzende der Verkehrsministerkonferenz der Länder und Verkehrssenatorin von Bremen, Maike Schaefer (Bündnis90/Die Grünen), fordert vom Bund eine umfassende Beteiligung an der Finanzierung des ÖPNV ein, um eine Nachfolgelösung für das Neun-Euro-Tickets zu finanzieren. "Es geht nic
Zum Weltkindertag am 20.September / Bundesregierung muss Geflüchteten weitreichenden Familiennachzug gewähren ...
Zum morgigen Weltkindertag fordert das internationale Kinderhilfswerk terre des hommes gemeinsam mit vielen weiteren Verbänden die Bundesregierung auf, die im Koalitionsvertrag angekündigten Verbesserungen beim Familiennachzug für Geflüchtete zügig umzusetzen. "Wir erwarten, dass die B




