WAZ: Kutschaty: Kriminelle Konzerne wirksamer bestrafen
ID: 600725
wie Korruption, Betrug oder Umweltverschmutzung wirksamer zur
Rechenschaft gezogen werden können. NRW-Justizminister Thomas
Kutschaty (SPD) macht sich für die Einführung eines spezifischen
Unternehmensstrafrechts stark, das Sanktionen wie umsatzbezogene
Geldstrafen, den Ausschluss von öffentlichen Ausschreibungen und
Steuervorteilen oder Tätigkeitsverbote bis hin zur Betriebsschließung
nach sich ziehen könnte.
"Zwar kann man ein in kriminelle Machenschaften verwickeltes
Unternehmen - salopp formuliert - nicht ins Gefängnis stecken,
vorstellbar ist es allerdings, eine solche Firma in ihrer Freiheit,
nämlich ihrer wirtschaftlichen Freiheit zu beschränken", sagte
Kutschaty den Zeitungen der WAZ-Mediengruppe (Donnerstagausgaben).
Anders als in anderen EU-Staaten kennt das deutsche Strafrecht
bislang keine Unternehmensbestrafung, sondern nur die Sanktionierung
von Einzelpersonen wie etwa Managern oder Aufsichtsräten. In
international verzweigten Konzernstrukturen sei es heute häufig nicht
möglich, organisatorische Missstände nachhaltig zu sühnen und die
schuldigen Personen zu identifizieren, so Kutschaty. Auch werde es
als ungerecht empfunden, wenn Angestellte als "Bauernopfer" vor
Gericht den Kopf hinhalten müssten für eine kriminelle
Unternehmenspolitik.
Der Justizminister will seine Überlegungen erstmals am heutigen
Donnerstagabend unter dem Titel "Das Unternehmen als Straftäter?" bei
einer Veranstaltung der Juristischen Gesellschaft Ruhr im Landgericht
Bochum ausführen. Da das Strafrecht bundesweit geändert werden
müsste, will Kutschaty seinen Vorstoß zudem in die
Justizminister-Konferenz der Länder tragen. Angestrebt werde eine
überparteilich getragene Rechtsreform, sagte sein Sprecher.
Professor Gereon Wolters, Studiendekan der Ruhr-Universität
Bochum, begrüßte den Vorstoß. Gerade im Wirtschaftsleben, in dem der
gute Ruf geldwert sei, dürfte "das wichtigste Anliegen des
Strafrechts, künftige Straftaten zu verhindern, nachdrücklich
gestärkt werden", sagte Wolters. Der Essener Rechtsanwalt Jörg
Lacher, Vorstandsmitglied der Juristischen Gesellschaft Ruhr und
langjähriger Unternehmensjurist, warf die Frage auf, ob eine solch
grundlegende Systemänderung nicht zu deutlich höheren Strafen führen
müsse. "Denn es macht einen Unterschied, ob sich das Gericht bei der
Strafbemessung am Vermögen des Mitarbeiters oder an dem Vermögen des
Unternehmens oder gar Konzerns orientiert", so Lacher.
Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 - 804 6519
zentralredaktion@waz.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 21.03.2012 - 17:20 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 600725
Anzahl Zeichen: 2966
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Essen
Kategorie:
Innenpolitik
Diese Pressemitteilung wurde bisher 160 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"WAZ: Kutschaty: Kriminelle Konzerne wirksamer bestrafen"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Westdeutsche Allgemeine Zeitung (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Der NRW-Landesbeauftragte des Deutschen Roten Kreuzes für den Bevölkerungsschutz warnt davor, dass weite Teile der Bevölkerung trotz der ernsten Sicherheitslage nicht auf Krieg und andere große Krisen vorbereitet seien. Er rät dazu, neben den Erwachsenen auch Kinder und Jugendliche auf den Erns
WAZ: Lehrerverband-Präsident Düll: "Social-Media-Verbot passt nicht zum Wählen ab 16" ...
Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Stefan Düll, kritisiert Forderungen in der EU und in Deutschland, den Konsum von Social Media für Jugendliche einzuschränken. Anlass ist ein Votum des NRW-Landtages, das Wahlalter bei Landtagswahlen auf 16 abzusenken. "Das Wahlalter wird auf 16
WAZ: NRW-Gleichstellungsministerin Paul (Grüne) warnt vor Sexkaufverbot ...
NRW-Gleichstellungsministerin Josefine Paul (Grüne) ist gegen ein Sexkaufverbot. "Sexarbeit ist kein Beruf wie jeder andere und Prostituierte bedürfen eines besonderen Schutzes. Ein Verbot der Sexarbeit bedeutet nicht automatisch mehr Schutz, sondern das Abdrängen in ein nur schwer zu kontro
Weitere Mitteilungen von Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Reaktionen auf Terror in Frankreich - Innenminister Friedrich im N24-Interview: Deutschland "im Fadenkreuz des internationalen Terrorismus" ...
Angesichts des Terrordramas von Toulouse sieht Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) auch Gefahren für Deutschland. In einem N24-Interview sagte der Innenminister: "Wir stehen nach wie vor im Fadenkreuz des internationalen Terrorismus, des islamistischen Terrors. (...) Wir beob
Westfalenpost: Laschet fordert Ende der Debatteüber Röttgen "Personalfragen werden nach der Wahl entschieden" ...
Hagen. CDU-Fraktionsvize Armin Laschet hat ein Ende der Debatte über den Verbleib von CDU-Spitzenkandidat Norbert Röttgen nach der Landtagswahl in NRW gefordert. Der in Hagen erscheinenden WESTFALENPOST (Donnerstagausgabe) sagte Laschet: "Natürlich schadet die Dauerdebatte, ob CDU-Spitzen
Ostsee-Zeitung: Ostsee-Zeitung (Rostock): Ost-Beauftragter Bergner kritisiert angekündigte Aufkündigung des Solidarpaktes scharf ...
Als "sachlich unbegründet" hat der Regierungsbeauftragte für die neuen Länder, Innenstaatssekretär Christoph Bergner (CDU), Forderungen nach einer Aufkündigung des Solidarpaktes II zurückgewiesen. Der Ostsee-Zeitung (Donnerstag-Ausgabe) sagte er: "Es gibt keine Finanztransfe
Rheinische Post: Vorratsdaten: Union erhöht Druck auf FDP ...
Nach dem neuerlichen Ultimatum aus Brüssel hat die Union einen Gesetzentwurf zur Vorratsdatenspeicherung angemahnt und den Druck auf Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) erhöht. "Jetzt muss Schluss sein mit Abwarten", sagte der stellvertretende Unions-Fraktionschef Gün




