Neue OZ: Kommentar zu Kirchenaustritt
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Jesus ja - Kirchensteuern nein: Diesem kritikwürdigen Grundsatz
haben die katholischen Bischöfe mit ihrem Dekret zum Kirchenaustritt
widersprochen. Sie schaffen mit den neuen Regeln mehr Rechtsklarheit.
Herausgekommen ist eine pragmatische, sinnvolle Lösung. Eine ganz
andere Frage ist, ob sie theologisch fundiert ist.
Die Sache verhält sich höchst kompliziert, auch deshalb, weil in
Deutschland spezielle, geschichtlich gewachsene Bedingungen gelten.
Dass die großen Kirchen von Gläubigen Steuern erheben, ist weltweit
die Ausnahme. Dass jemand seinen Kirchenaustritt dem Staat mitteilen
muss, ebenso. Das macht die Verknüpfung von Mitgliedschaft und Glaube
nicht nur in Rom schwer vermittelbar. Doch offenbar ist es den
deutschen Bischöfen wenigstens diesmal gelungen, im Vatikan
Verständnis für die Besonderheiten hierzulande zu wecken. Denn nur
ein bisschen Christ sein, nur halb aus der Kirche austreten, das geht
ebenso wenig wie ein bisschen Frieden.
Ein Fortschritt ist es, dass nun der zuständige Pfarrer jeden
Austrittswilligen kontaktieren soll. Damit signalisiert die Kirche,
dass ihr ein Austritt alles andere als gleichgültig ist. Wie die oft
überlasteten Seelsorger den Kontakt praktisch schaffen, ist eine
andere Frage.
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Datum: 20.09.2012 - 22:00 Uhr
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