Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar
Jugendarbeitslosigkeit in Europa
Zusammenrücken
WOLFGANG MULKE, BERLIN
ID: 903173
derzeit keine Chance auf eine Ausbildung oder eine Arbeitsstelle. Die
EU kann diesen Zustand nicht länger hinnehmen. Und sie will es auch
nicht, wie das Berliner Gipfeltreffen gegen Jugendarbeitslosigkeit
zeigt. Europa will nun auch sozial etwas mehr zusammenrücken. Eine
schnelle Lösung des Problems kann es nicht geben. Über Nacht
entstehen keine Arbeits- und Lehrstellen. Auch Milliarden Euro mehr
würden daran nichts ändern. Es bedarf neuer Perspektiven für
Unternehmen und öffentliche Dienste, wenn sie jungen Menschen Arbeit
geben sollen. Davon sind die Krisenstaaten im Süden noch weit
entfernt. Für verkrustete Strukturen ist jedes Land selbst
verantwortlich. Trotzdem hat dieser Gipfel ein wichtiges Zeichen
gesetzt. Erstmals arbeiten die EU-Staaten zusammen an einer der
sozialen Säulen. Wenn es tatsächlich gelingen sollte, auch bei der
sozialen Organisation Europas weiter voranzukommen, würden die
Beschäftigten in den Krisenländern ebenso profitieren wie die
Gemeinschaft als Ganzes. Viel zu lange haben die Regierungschefs die
EU fast allein als Projekt der Wirtschaft gesteuert, zu wenig als
eines der normalen Arbeitnehmer. Wenn sich dies ändert, wird auch die
Zustimmung zur EU wieder steigen.
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Datum: 03.07.2013 - 20:30 Uhr
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Politik & Gesellschaft
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