WAZ: Der ferne Wahlkampf
- Kommentar von Miguel Sanches
ID: 924789
geht es relativ ruhig zu. Die Spähaffäre ist die Ausnahme. Sie treibt
aber mehr die Medien als die Menschen um. Am Ende wird es über den
SPD-Wahlkampf heißen: Sie ritt einen toten Gaul. Die CDU sattelt gar
kein Pferd. Man muss sich um die Wahlbeteiligung sorgen. Bis in die
80er Jahre betrug sie 90 Prozent. Dann sackte sie auf die
80-Prozent-Marke. Vor vier Jahren lag sie knapp über 70 Prozent. Es
gibt einen hohen Anteil der Politik entfremdeter Bürger. Die AfD
spekuliert darauf und die SPD will sie abholen, daher die
"Hausbesuche", ihr Versuch eines Wahlkampfs von unten. Aber ein
Konzept, um sie für die Politik zu motivieren, hat keine Partei.
Angela Merkel raubt es nicht den Schlaf. Wo ist das Problem? Es gibt
keine Wechselstimmung, die Krise ist weit weg. Die Kanzlerin hat
ihren Amtsbonus, dazu einen Vorsprung bei den Frauen. Wenn sie das
TV-Duell mit SPD-Herausforderer Peer Steinbrück unfallfrei übersteht,
sollte es für vier weitere Jahre reichen. Indes, es ist eine paradoxe
Ruhe. Es gibt verstörende Nachrichten. Da ist die Studie der
Bundesbank, wonach Griechenland schon 2014 neue Hilfen braucht. Gar
den Schuldenschnitt? Was dann? Die SPD wird Merkel kaum Antworten
darauf entlocken. Sie ist gedanklich weiter, ganze zwei Tage. Ihr
Chef will für den 24. September zu einem "Konvent" einladen. Ginge
Sigmar Gabriel von einem Sieg aus, würde die Eile keinen Sinn machen;
die Aufstellung wäre klar. Sinn macht ein rascher Konvent aber in
einem Machtvakuum: Wenn Steinbrück verliert und aufhört, wenn die
Schuldfrage sich aufdrängt, die Handlungsoptionen unklar sind und die
Fraktion in Berlin noch kopflos ist. Gabriel festigt seine Macht. Und
wenn er seine Basis im Affekt über alle SPD-Optionen befragt, ist
Rot-Rot-Grün realistischer als eine Große Koalition. Wie im falschen
Film soll sich der bisherige Fraktionschef Steinmeier fühlen. Den
Showdown wird es geben. Nur nicht mit Merkel. Ein seltsames
Stimmungsbild: Die Kanzlerin will nicht über Politik streiten, die
SPD ist sich selbst genug. Bleibt es so, dann geht am Wahlabend nur
ein Grafikbalken nach oben: der Anteil der Nichtwähler.
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Datum: 11.08.2013 - 19:35 Uhr
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