Stuttgarter Zeitung: Kommentar zu Thüringen/Rot-Rot-Grün
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gesamtdeutsche Linke natürlich zum Eisbrecher für ein solches Bündnis
im Bund werden. Parteichefin Katja Kipping macht sich schon
anheischig, einen roten Ring ums schwarze Kanzleramt ziehen zu
wollen. Wie sie dafür die Voraussetzungen schaffen will, sagt sie
allerdings nicht: vor allem außenpolitisch ist die Linke meilenweit
von den Leitlinien der SPD und der Grünen entfernt. Solange sie ihr
Heil in radikalpazifistischer Isolation jenseits der
Bündnisanforderungen in EU und Nato sucht, ändert sich daran auch
nichts. Bis dahin kann Rot-Rot-Grün im Bund nur ein Gedankenspiel
sein. Dass ein solcher Bund für die SPD auf absehbare Zeit die
einzige Option auf Macht und Kanzlerschaft darstellt, ist natürlich
gleichwohl eine Verlockung. Wie sich das parteipolitisch und
programmatisch auf alle Beteiligten auswirkt, wird spannend. Auch
ohne politische Revolution fehlen für Langeweile in Erfurt alle
Voraussetzungen.
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Datum: 20.11.2014 - 21:45 Uhr
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