Allg. Zeitung Mainz: Rot-Rot-Grün? / Kommentar von Reinhard Breidenbach zu Bayern und Hessen
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Regierungskoalition in Hessen. Ungewollt, natürlich. Wie kommts's?
Jedenfalls im Lager der Grünen ist der Unmut über die bayerische
Blitz-Hochzeit zwischen Christsozialen und Freien Wählern sehr groß.
Das könnte in Hessen die Grünen zu noch höheren Höhenflügen treiben,
sodass gemeinsam mit Linkspartei und SPD eine rechnerische Mehrheit
möglich scheint. Vielleicht sogar mit den Grünen als stärkster
Partei, was die verzweifelte Lage der 20-Prozent-Partei SPD noch
drastischer in Erscheinung treten ließe. Ob Rot-Rot-Grün gut für
Hessen wäre? Zweifel sind erlaubt, auch wenn in Hessen die erste
deutsche rot-grüne Landesregierung, die es 1984 - 87 mit Holger
Börner und Joschka Fischer gab, entgegen vieler Voraussagen nicht zum
Untergang des Abendlandes führte. Wie sich heutzutage die Linkspartei
mit der Bankenmetropole Frankfurt und dem Flughafen zurechtfinden
würde, wäre die wohl entscheidende Frage. Wohl wahr, das ist sehr
spekulativ, weil sich die SPD doch wohl eher in eine Groko flüchten
würde, falls diese rechnerisch möglich ist. Sehr böse formuliert wäre
das dann aber womöglich ein Selbstmord aus Angst vor dem Tod. Dass in
Bayern CSU und Freie Wähler zueinander finden, ist für das Land - und
darauf kommt es an - vermutlich sinnvoller, weil es in einer
CSU-Grünen-Koalition wegen der Themen innere Sicherheit und
Flüchtlinge von Anfang an wahrscheinlich nur geknallt hätte. Peinlich
ist es allerdings schon, wie sich die Freien Wähler an die CSU
herangeschmissen haben. Aber Stilfragen interessieren heutzutage ja
kaum noch jemanden.
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Datum: 18.10.2018 - 19:16 Uhr
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